N-Zelle (Nebennierenmark)
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LoslegenSynonym: Norepinephrocytus
Englisch: N cell, norepinephrocyte
Definition
Die N-Zelle ist ein Typ chromaffiner Zellen des Nebennierenmarks, der das Katecholamin Noradrenalin synthetisiert und speichert.
Histologie
N-Zellen enthalten kleine, stark elektronendichte Granula. Im Gegensatz zu den größeren, weniger dichten Granula der adrenalinbildenden A-Zellen speichern sie überwiegend Noradrenalin. Ihnen fehlt das Enzym Phenylethanolamin-N-Methyltransferase (PNMT), das bei A-Zellen die Umwandlung von Noradrenalin zu Adrenalin katalysiert – die Katecholaminsynthese endet bei N-Zellen daher auf der Stufe des Noradrenalins.
Nach klassischer, in vielen Lehrbüchern etablierter Auffassung machen N-Zellen etwa 20 % der chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks aus, die übrigen rund 80 % entfallen auf A-Zellen. Eine neuere Übersichtsarbeit weist jedoch darauf hin, dass diese Zahl ursprünglich aus dem Anteil des Noradrenalins am gesamten Katecholamingehalt des Gewebes abgeleitet wurde und nicht zwingend dem tatsächlichen Zellanteil entspricht; der reale Anteil PNMT-negativer (noradrenerger) Zellen beim Menschen wird daher weiterhin diskutiert.[1]
Embryologie und Entwicklung
N-Zellen entstammen wie alle chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks der Neuralleiste und wandern im Rahmen der Embryogenese in die Nebenniere ein. In Tiermodellen (v.a. Nagetieren) ist das Nebennierenmark bei der Geburt noch unreif und besteht überwiegend aus undifferenzierten Chromaffinoblasten; erst postnatal – unter dem Einfluss lokal hoher Glukokortikoidkonzentrationen aus der Nebennierenrinde, welche die PNMT-Expression induzieren – differenziert sich der Großteil der Zellen zu A-Zellen, während ein kleinerer Anteil als N-Zellen bestehen bleibt.[2] Auch im adulten Nebennierenmark findet über SOX2-positive Stützzellen (Sustentakularzellen) eine kontinuierliche Neubildung sowohl von A- als auch von N-Zellen statt.[3]
Funktion
Noradrenalin aus N-Zellen wird, wie das Adrenalin der A-Zellen, bei sympathischer Aktivierung ausgeschüttet und vermittelt über Adrenozeptoren Effekte der "Fight-or-Flight"-Reaktion, insbesondere eine Steigerung des peripheren Gefäßwiderstands.
Klinische Relevanz
Das Phäochromozytom ist ein Tumor, der von den chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks ausgeht und je nach dem relativen Anteil von A- und N-Zellen im Tumorgewebe ein unterschiedliches Sekretionsmuster aufweisen kann. Überwiegend noradrenalinbildende (N-Zell-dominante) Tumoren gehen tendenziell mit einer anhaltenden (persistierenden) Hypertonie einher, während überwiegend adrenalinbildende Tumoren häufiger zu paroxysmalen Blutdruckkrisen mit Tachykardie führen.[4]
Quellen
- ↑ Inoue, Are Human Adrenal Medullary Chromaffin Cells Adrenaline or Noradrenaline Cells? A Lesson Regarding the Importance of Understanding a Process to Reach a Conclusion, J UOEH, 2025
- ↑ Kent und Parker, Effects of ACTH and aminoglutethimide on the catecholamine content and chromaffin cell morphology of the adrenal medulla of the neonatal rat, J Anat, 1993
- ↑ Santambrogio et al., SOX2+ sustentacular cells are stem cells of the postnatal adrenal medulla, Nat Commun, 2025
- ↑ Patel et al., Update on Pheochromocytoma and Paraganglioma from the SSO Endocrine/Head and Neck Disease-Site Work Group. Part 1 of 2: Advances in Pathogenesis and Diagnosis of Pheochromocytoma and Paraganglioma, Ann Surg Oncol, 2020