Methacetin
Synonym: N-(4-Methoxyphenyl)acetamid
Englisch: methacetin
Definition
Methacetin ist ein Arzneistoff, der zur Beurteilung der Leberfunktion im Rahmen von Atemtests (LiMAx-Test) genutzt wird.
Hintergrund
Methacetin wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Antipyretikum und Analgetikum genutzt. Aufgrund seiner Toxizität bei höherer Dosierung wird es heute jedoch nicht mehr therapeutisch eingesetzt und wird nur noch mit dem Kohlenstoffisotop 13C im Rahmen des LiMAx-Tests verwendet.
Chemie
Methacetin ist ein Derivat des Acetanilids aus der Gruppe der Aniline, bei dem die Aminogruppe acetyliert und die para-Position mit einer Methoxygruppe substituiert ist. Die Summenformel lautet C9H11NO2, die molare Masse beträgt 165,19 g/mol. Es ist das Methyl-Homologon von Phenacetin und gehört zur Stoffklasse der aromatischen Ether.
Wirkmechanismus
Der genaue analgetische und antipyretische Wirkmechanismus von Methacetin ist nicht vollständig geklärt. Wie andere Anilid-Derivate hemmt es vermutlich die Prostaglandinsynthese im Zentralnervensystem durch Inhibition der Cyclooxygenase (COX), wodurch analgetische und antipyretische Effekte entstehen. Ein Teil der Wirkung könnte über aktive Metaboliten vermittelt werden, ähnlich wie bei verwandten Substanzen (z.B. Paracetamol).
In der Diagnostik wird die Pharmakokinetik von Methaecetin genutzt. In der Leber erfolgt eine oxidative O-Demethylierung durch das Enzym Cytochrom P450 1A2 (CYP1A2). Dabei entsteht Paracetamol und ein C1-Fragment, das über das ausgeatmete Kohlendioxid gemessen wird. Aus der Kinetik können dann Rückschlüsse auf die hepatische Stoffwechselleistung gezogen werden.
Dosierung
Nebenwirkungen
Methacetin weist ein ausgeprägtes Nebenwirkungsprofil auf:
Im Rahmen der niedrig dosierten diagnostischen Nutzung gilt es als gut verträglich.
Literatur
- Gelbe Liste: Methacetin, zuletzt abgerufen am 17.04.2026