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Lipidpneumonie

Synonym: Fettpneumonie

1 Definition

Die Lipidpneumonie ist eine chronische interstitielle Pneumonie, die durch eine Ablagerung von endogenen oder exogenen Lipiden in der Lunge mit begleitender Entzündungsreaktion charakterisiert ist.

2 Epidemiologie

Es handelt sich um eine sehr seltene Erkrankung.

3 Ätiopathogenese

Die Erkrankung wird durch eine Ablagerung von endogenen oder exogenen Lipiden in der Lunge ausgelöst, wobei die Ablagerungen zu einer Entzündung in den Alveolen und im Interstitium führen. Bei der exogenen Form kommen als Auslöser unter anderem Inhalationen von ölhaltigen Sekretolytika oder die Aspiration paraffinhaltiger Laxantien in Betracht.

Die Entwicklung einer Lungenfibrose ist möglich.

4 Pathophysiologie

Die Erkrankung führt in einigen Fällen zu einer restriktiven Ventilationsstörung. Bei schweren Verlaufsformen ist der Gasaustausch in der Lunge gestört, was zu einer respiratorischen Partialinsuffizienz oder zu einer respiratorischen Globalinsuffzienz führen kann.

5 Einteilung

Man unterscheidet drei Formen der Lipidpneumonie.

  • Primäre endogene Lipidpneumonie: Diese Form imponiert durch eine Ablagerung von endogenem Cholesterin, wobei die Ursache nicht geklärt ist.
  • Sekundäre endogene Lipidpneumonie: Bei dieser Form führen Lungenerkrankungen, vor allem eine Bronchusstenose, zu einer Cholesterinablagerung.
  • Exogene Lipidpneumonie: Die exogene Form beruht auf einer Aspiration von organischen oder mineralischen Lipiden.

6 Klinik

6.1 Primäre endogene Form

Diese Form imponiert klinisch durch die Symptome einer subakuten Pneumonie. Die betroffenen Patienten fühlen sich abgeschlagen. Hinzu kommen subfebrile Temperaturen sowie unproduktiver Husten.

6.2 Sekundäre endogene Form

Bei dieser Form stehen die Symptome der Grunderkrankung im Vordergrund.

6.3 Exogene Form

Zu den klinischen Symptomen der exogenen Form gehören hohes Fieber, starker Husten und Thoraxschmerzen.

7 Diagnostik

Grundlegend sind die Anamnese und die klinische Untersuchung. Bei der Untersuchung des Blutes zeigen sich eine Erhöhung der BSG, des CRPs sowie eine Leukozytose.

Zusätzlich sollte ein Röntgen-Thorax angefertigt werden. Bei der primären Form sieht man flächige Infiltrationen oder segmentale oder lobäre Verdichtungen des Lungenparenchyms. Die sekundäre Form imponiert durch eine Lobärpneumonie oder durch eine Atelektase. Bei der exogenen Form zeigen sich lobuläre Infiltrationen im Bereich der unteren Lungenfelder.

Weiterhin sollte eine Bronchoskopie mit bronchoalveolärer Lavage und Lungenbiopsie durchgeführt werden, wobei letztere zur Sicherung der Diagnose bei der endogenen Form beiträgt.

8 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte an andere Formen der Pneumonie gedacht werden.

9 Therapie

Bei der primären endogenen Form kann zunächst abgewartet werden, während bei der sekundären endogenen Form die Grunderkrankung behandelt werden sollte.

Eine Absaugung, Analgetika, Antitussiva, Physiotherapie und auch Antibiotika dienen der Therapie der exogenen Form.

Bei schwerem Verlauf sind hohe Kortisondosen (50 mg täglich) notwendig.

10 Prognose

Die Prognose der Lipidpneumonie ist äußerst variabel.

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Fachgebiete: Innere Medizin

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