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Kindslage

Synonym: Geburtslage
Englisch: fetal position

1 Definition

Als Kindslage bezeichnte man in der Gynäkologie bzw. Geburtshilfe die Position des Kindes im Uterus vor der Geburt.

2 Lagen

2.1 Längslagen

Die am häufigsten vorkommende Lage ist die Schädellage (kurz SL), bei der der Kopf des Kindes Richtung Muttermund gerichtet ist. Je nach Ausrichtung wird weiter in vordere Hinterhauptlage (kurz vHHL) und hintere Hinterhauptlage (kurz hHHL) unterschieden. Bei der vHHL ist das Gesicht des Kindes dem Rücken der Mutter zugewandt, bei der hHHL ist das Gesicht zum Bauch der Mutter gerichtet. Letztere Position wird umgangsprachlichen auch als "Sterngucker-Position" bezeichnet.

Bei der Schädellage wird außerdem nach der Einstellung des Kopfes im kleinen Becken der Mutter unterschieden. Die regelkonforme Einstellung ist der Synklitismus, eine Abweichung davon ist die Scheitelbeineinstellung.

Bei der Beckenendlage (kurz BEL) liegt der Steiß des Kindes in Richtung des Muttermundes. Die BEL wird weiter nach Lage der Beine eingeteilt. Bei der reinen BEL ist allein der Steiß führend, bei der Steiß-Fuß-Lage führen die Füße und der Steiß liegt dahinter. Weitere Positionen wie die reine Fußlage sind ebenfalls möglich.

Die Schädel- und auch Beckenendlage sind beide zunächst geburtsmögliche Positionen. Sie sind physiologische Kindslagen im Sinne einer Längslage, bei der die kindliche Längsachse an einer gedachten Führungslinie des Gebärkanals ausgerichtet ist. Eine Beckenendlage ist also nicht per se eine Einstellungsanomalie, die reine Fußlage gilt aber als eine, da das Komplikationsrisiko (z.B. Nabelschnurvorfall) sehr hoch ist.

2.2 Querlage

Eine Querlage liegt vor, wenn die Körperachse des Kindes im rechten Winkel zur Längsasche des Geburtskanals liegt. Weiter unterschieden wird in folgende Formen:

  • dorsoanteriore Querlage (Rücken des Kindes vorn)
  • dorsosuperiore Querlage (Rücken oben)
  • dorsoposteriore Querlage (Rücken hinten)
  • dorsoinferiore Querlage (Rücken unten)

2.3 Schräglage

Bei der Schräglage bilden die Achse des Kindes und die Längsachse des Geburtskanals einen spitzen Winkel. Diese Lage wird auch als "instabile Kindslage" bezeichnet, da sie sich zu Beginn der Geburt sowohl in eine Querlage als auch in eine Längslage entwickeln kann.

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