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Intubation bei Haussäugetieren

1 Definition

Die Intubation bei Haussäugetieren erfolgt meistens endotracheal zur Sicherstellung der Atmung während einer Anästhesie.

2 Gründe für Intubation

3 Formen

3.1 Orotracheal

  • Über den Mund
  • Kontrolle über Laryngoskopie
  • Bei einer Anästhesiedauer von > 30 min gut geeignet, oder auch bei operativen Eingriffen am Kopf, Thorax und Abdomen
  • Vorgehensweise
    • bei im Vorfeld zu erwartenden schwierigen Intubationsverhältnissen ist eine ausreichende Prä/-Oxygenierung wichtig, Zufuhr über Maske oder Körperkammer mindestens 5 min.
    • Einleitung der Anästhesie i.v mit einem kurzzwirksamen Hypnotikum wie Propofol oder Etomidat

3.2 Endotracheal

  • Einbringen des Tubus in die Trachea
  • orotracheale Verschiebung, Maskenatmung beim Tier nicht sicher
  • Generell müssen alle Tiere bei Allgemeinanästhesie und einer Anästhesiedauer von > 30 min sowie kranialen, zervikalen, thorakalen und abdominalen Eingriffen intubiert werden, nur so sind freie Atemwege und ein Aspirationsschutz (Tuben mit Cuff) gewährleistet
  • Möglichkeit der assistierten und kontrollierten Beatmung zur Sicherstellung der Versorgung und Ermöglichung der spezifischen Narkosetiefe, Arbeitsschutz beachtet
  • Schienung oft über einen Führungsstab

4 Material zur Intubation

4.1 Endotrachealtubus (ETT)

  • Materialien: PVC, Gummi, Silikon, mit und ohne Cuff in verschiedenen Größen
  • Aufbau: Schlaufe, Zufuhr und Abfuhr, mit Cuff
  • der Cuff ist eine mit Luft befüllbare Manschette oberhalb der Tubusspitze und dient der Abdichtung des Tubus gegenüber der Trachea
  • Verhinderung der Aspiration von Mageninhalt oder Sekret, bzw. Blut aus der Maulhöhle, Ermöglichung einer effizienten positiven Druckbeatmung und Verhinderung der Belastung der Raumluft durch entweichendes Narkosegas, über einen dünnen Schlauch mit dem Pilotenballon verbunden, Anzeige über die Stärke der Aufblähung des Cuffs
  • Typen
    • Murphy und Magill: Je nach Beschaffenheit der Tubusspitze (distales Tubusende) unterscheidet man Magill- oder Murphy-Tuben. Eine Murphy-Öffnung ist eine zusätzliche seitliche Öffnung. Verlegung der TS mit Sekret oder Anlagerung an die Bronchialwand.
    • Niederdruck-Großvolumen-Cuffs: Walzenförmig, legen sich dadurch auf längere Strecke sanfter (Druckminimierung durch Kraftverteilung) an die Schleimhaut an, geringere Schädigung.
    • Hochdruck-Kleinvolumen-Cuff: meist rot, Latex, ei- oder kugelförmig, liegt am Äquator mit hohem Druck der Schleimhaut an, längeres Blocken führt zu Schädigung

4.2 Laryngoskope

  • Diese dienen der Visualisierung des Kehlkopfes und ermöglichen damit die endotracheale Intubation unter Sichtkontrolle.
  • Aufbau:
    • Handgriff mit Batterien oder Akku
    • Lichtquelle
    • verschiedene Spatel (From und Größe, gerade nach Mill oder gebogen nach Macintosh)
  • Reinigung, Desinfektion und Sterilisation
    • sollte direkt nach Benutzung erfolgen
    • Weiche Bürste und Wasser
    • anschließende Desinfektion
    • Spatel können bei max. 143 Grad sterilisiert werden

5 Methode der endotrachealen Intubation

  1. Vorbereitung: geeigneter Spatel mit Laryngoskop, sowie passender ETTubus (guter Durchmesser ohne reizende Verschiebung, so lang wie nötig, dass der Cuff hinter dem Larynx liegt, doch gerade bis Nase reichen) , und dazu einen Maulspreizer, Spritze zum Blocken des Tubus, Band zum Befestigen, Maulholz bzw. Anästhesiespray (Lidocain) bei Katzen
  2. Kontrolle der Geräte und des ETT
  3. Intubation: Brust-, Bauch-, Seiten- oder Rückenlage, Öffnen des Mundes durch Maulspeizer über die Canini, Zunge zur Seite und durch Kompresse halten, Laryngoskop wird eingesetzt, mit dem Spatel vor der Epiglottis auf den Zungengrund oder bei geraden Spatel die Epiglottis direkt nach untern gedrückt und den Eingang zur Trachea freigelegt; bei der Katze erfolgt eine Lokalanästhesie, dann Einführen des ETT durch die Stimmritze und Entfernen des Laryngkosps, Blockmanschette muss kaudal des Larynx liegen
  4. Überprüfung der Intubation und Blocken der Tubusmanschette: Keine Verdichtung, dann erfolgt bei Gaszugabe über die Öffnung, ein Vorbeifließen des Gases. Es ist ein Zischen ist zu hören. Bei Abdichtung an der Trachealwand ist der einzige Weg, der Tubus selbst, es ist kein Zischen zu hören. Test durch Einblasen mit dem Mund und parallelem Abdichten über die Spritze in den Cuff.
  5. Befestigung des Tubus
  6. OP/Untersuchung
  7. Extubation: Nach Einsetzen des Schluckreflexes, Extubation in tiefer Narkose oder Eigenextubation im Aufwachvorgang

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