eFAST-Sonographie
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LoslegenEnglisch: extended focused assessment with sonography for trauma, eFAST
Definition
Die eFAST-Sonographie, kurz eFAST, ist eine Erweiterung des FAST-Sonographie-Algorithmus und wird in der Notfallmedizin und Traumatologie im Rahmen der Ersteinschätzung nach einem Traumageschehen angewendet. Die Untersuchung umfasst neben den Schritten des FAST-Algorithmus (Abdomen, Becken und Perikardraum) zusätzlich die Untersuchung des Thorax zum Ausschluss eines Pneumothorax sowie die Beurteilung des Pleuraspalts auf Hämatothorax und Pleuraerguss.
Terminologie
eFAST ist ein Akronym und steht für extended Focused Assessment with Sonography for Trauma.
Hintergrund
Ziel der eFAST-Sonographie ist es, schnell und nicht invasiv lebensbedrohliche Verletzungen zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die Untersuchung wurde initial für die Ersteinschätzung nach einem Traumageschehen entwickelt, wird in der Praxis jedoch auch bei anderen hämodynamisch instabilen Patienten durchgeführt. Die eFAST-Untersuchung hat eine hohe Sensitivität und Spezifität, insbesondere bei vorliegender Hypotonie als Hinweis auf eine relevante Blutung.[1] Im Rahmen der prähospitalen Versorgung und Schockraum-Versorgung wird die Anwendung der eFAST in der S3-Leitlinie zur Polytrauma-/Schwerverletzten-Behandlung empfohlen.[2]
Zur Durchführung der Untersuchung wird häufig ein mobiles Ultraschallgerät genutzt. Die eFAST-Sonographie ist kein Ersatz für andere bildgebende Verfahren wie die Computertomographie oder Röntgenaufnahmen, die i.d.R. eine detailliertere Beurteilung und Diagnose ermöglichen.
Ist ein Patient hämodynamisch instabil, kann aus der eFAST-Untersuchung die Indikation für das sofortige Einleiten einer Therapie (z.B. Laparotomie) gestellt werden. Bei stabilen Vitalparametern können Informationen für die weiterführende Diagnostik gewonnen werden.
Vorgehen
Die eFAST-Sonographie setzt sich aus den Untersuchungsschritten der FAST-Sonographie sowie der Untersuchung des Thorax zusammen:
Subxiphoidaler Oberbauchquerschnitt
Oberbauchquerschnitt (subxiphoidal), nach kranial Richtung Herz gekippt (4-Kammer-Blick): Zur Beurteilung des Perikards zum Ausschluss eines Perikardergusses bei möglicher Herzbeuteltamponade.
Rechtsseitiger Flankenschnitt
Perihepatische Schnittebene im Flankenschnitt: Suche nach Flüssigkeit im Recessus hepatorenalis (Morison-Pouch) und ggf. im rechten Pleuraspalt.
Linksseitiger Flankenschnitt
Perisplenische Schnittebene: Suche nach Flüssigkeit im Koller-Pouch und ggf. im linken Pleuraspalt.
Suprapubischer Längs- und Querschnitt
Beurteilung des kleinen Beckens, v.a. der Excavatio rectouterina (Douglas-Raum) bzw. der Excavatio rectovesicalis (Proust-Raum)
Ventraler Thorax
Untersuchung des anterioren Thorax zum Ausschluss eines Pneumothorax. Fehlendes Pleuragleiten sowie das Fehlen von B-Linien deuten auf einen Pneumothorax hin. Bei Anwendung des M-Modes stellt sich das normale Pleuragleiten als Seashore-Zeichen dar: oberhalb der Pleuralinie zeigen sich horizontale Linien (unbewegte Thoraxwand), unterhalb ein granuläres Muster (bewegte Lunge). Fehlendes Pleura- bzw. Lungengleiten führt dagegen zum durchgehend linearen Barcode-Zeichen. Um die Sensitivität zu erhöhen, sollte die Untersuchung an mehreren Stellen wiederholt werden.
Video
Literatur
- Osterwalder, Update FAST, Praxis 2010
- Université de Lausanne – Focused Assessment with Sonography for Trauma, abgerufen am 01.08.2023
- via medici – FAST (Focused Assessment with Sonography for Trauma), abgerufen am 01.08.2023
Quellen
- ↑ Netherton S, Milenkovic V, Taylor M, Davis PJ. Diagnostic accuracy of eFAST in the trauma patient: a systematic review and meta-analysis. CJEM. 2019;21(6):727–738.
- ↑ AWMF. S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung. AWMF-Registernummer 187-023, Version 4.0. 2022. Verfügbar unter: S3-Leitlinie Polytrauma.