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Dunbar-Syndrom

nach Pekka-Tapani Harjola, J. David Dunbar und Samuel Marable
Synonyme: Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom, Harjola-Marable-Syndrom, Ligamentum-arcuatum-Syndrom

1 Definition

Das Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom, auch Dunbar-Syndrom genannt, ist ein Kompressionssyndrom, das durch Einklemmung des Truncus coeliacus entsteht.

2 Ätiopathogenese

Betroffen vom Dunbar-Syndrom sind häufig jüngere schlanke Patienten ohne zugrundeliegende kardiovaskuläre Risikofaktoren.

Ursache des Dunbar-Syndroms ist eine Kompression des Truncus coeliacus durch das Ligamentum arcuatum mediale des Zwerchfells sowie eine mechanische Irritation des Ganglions mit sekundärer Fibrose und Neurombildung.

3 Symptome

Je nach Ausprägung leiden die Patienten unter Übelkeit und Erbrechen sowie krampfartigen Schmerzen im Oberbauch bzw. Epigastrium. Diese treten oft direkt postprandial auf und können bei längerem Bestehen zu Gewichtsverlust und Anorexie führen.

Als Komplikationen können dauerhafte Schäden durch Kompressionen von Nerven (Gastroparese) und Gefäßen (Aneurysma der Arteria pancreaticoduodenalis superior) auftreten.

4 Einteilung

Man unterscheidet folgende Symptomtypen:

  • Typ A: keine Symptome
  • Typ B: abdominelle Beschwerden, die jedoch nicht einer typischen Angina abdominalis entsprechen
  • Typ C: abdominelle Beschwerden im Sinne einer Angina abdominalis

5 Diagnostik

Die Verdachtsdiagnose ergibt sich in der Regel durch die typische klinische Symptomatik. In der körperlichen Untersuchung kann in einigen Fällen ein Strömungsgeräusch im Oberbauch auskultierbar sein.

Diagnostisch ist die Untersuchung des Truncus coeliacus mittels Duplexsonographie und/oder CT-Angiographie wegweisend. Die Untersuchungen sollten sowohl in Exspiration als auch in Inspiration durchgeführt werden. Zum Ausschluss anderer gastrointestinaler Erkrankungen kommen beispielsweise eine Sonographie, Gastroskopie und evtl. Koloskopie zum Einsatz.

5.1 CT-Angiographie

Die Kompression des Truncus coeliacus durch das Ligamentum arcuatum mediale ist in der CT-Angiographie durch eine ab­gangs­nahe kurz­stre­cki­ge Einengung sowie eine poststenotische Erweiterung des Trun­cus coeliacus erkennbar. Während der Exspiration nimmt der Truncus coeliacus typischerweise eine haken­för­mi­ge Ge­stalt an. In Inspiration erscheint der Truncus häufig gestreckter, da sich das Zwerchfell kontrahiert und den Truncus weniger stark komprimiert.

5.2 Duplexsonographie

In der Duplexsonographie liegt während der Exspiration eine deutliche Beschleunigung des Blutflusses (>200 cm/s) im Truncus coeliacus vor.

6 Therapie

Die kausale Behandlung des Truncus-coeliacus-Kompressionssyndroms besteht in der operativen Spaltung des einengenden Ligaments (meist Ligamentum arcuatum mediale) mittels Laparotomie. Die Symptome bessern sich nach operativer Revision meist umgehend.

7 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Juli 2022 um 09:43 Uhr bearbeitet.

Guten Morgen! Vielen Dank für Ihre Nachricht. Auf dem DocCheck Ask-Kanal gibt es die Möglichkeit von Kollegen Unterstützung bei Patientenfällen zu bekommen. Schauen Sie doch da gerne mal rein und stellen dort Ihre Frage: https://www.doccheck.com/de/profile/channels/2-doccheck-ask?utm_source=www.doccheck.com&utm_medium=DC%20Search&utm_campaign=DC%20Search%20content_type%3Aall&utm_content=DC%20Search%20Ask
#2 am 11.11.2021 von Fiona Lorenzen (DocCheck Team)
"...Die Symptome bessern sich nach operativer Revision meist umgehend..." Das klingt mir euphemistisch. Meine Patientin, Anfang 61, leicht übergewichtig, Typ C des Ligamentum arcuatum Syndroms. Zur Therapie wurde vom Gefäßchirurgen Gewichtsreduktion empfohlen, eine OP abgelehnt, da ZU RISIKOREICH! Eine zweite Vorstellung in einer Uniklinik ergibt: "...keine Indikation zur gefäßchirurgischen Intervention..." Vielleicht gibt es unter den FLEXIKON-Nutzern Gefäßchirurgen, die bereit wären, hier Vorteile, Risiken und Grenzen der chirurgischen Intervention umfassender darzustellen? Ist das überhaupt eher gefäß- oder viszeralchirurgisch? Mit kollegialen Grüßen, R.F.
#1 am 10.11.2021 von Reinhard Fedeler (Arzt | Ärztin)

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