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Dermatophilose (Pferd)

1 Definition

Als Dermatophilose bezeichnet man eine bakterielle Hauterkrankung beim Pferd.

2 Ätiopathogenese

Die Dermatophilose wird durch den grampositiven, fakultativ anaeroben Aktinomyzeten Dermatophilus congolensis hervorgerufen. Zoosporen von Dermatophilus congolensis sind sehr widerstandsfähig. Sie überleben in Krusten von infizierten Tieren mehrere Jahre und können im getrockneten Zustand Temperaturen von bis zu 100 °C überstehen. Das natürliche Habitat ist noch nicht bekannt, es wird jedoch angenommen, dass abgefallene Krusten und Schuppen ein wichtiges Reservoir darstellen.

Es sind mehrere Faktoren an der Entstehung der Krankheit beteiligt. Die zwei wichtigsten sind kutane Traumata und Nässe, wodurch es zur Beeinträchtigung der Barrierefunktion der Epidermis kommt. Weitere begünstigende Umstände sind immunsupprimierende Krankheiten (z.B. equines Cushing) oder Mückenbefall und damit verbundene Mikrotraumata. Parasiten wie Fliegen oder Mücken können die Krankheit auch direkt übertragen.

3 Symptome

Initial kommt es zur Entstehung von Papeln. Zusätzlich kommt es zur Produktion von Exsudat, was zur Krustenbildung führt, die sich schnell ausbreitet. Die unter den Krusten liegende Haut ist durch eitrige Geschwüre oder Erosionen gekennzeichnet. Die Läsionen sind häufig schmerzhaft, Juckreiz tritt selten auf. Bei chronischen Verläufen kommt es zur Schuppenbildung, trockenen Krusten und Alopezie.

4 Diagnostik

Meist kann anhand der klinischen Symptome bereits eine Verdachtsdiagnose geäußert werden. Die Diagnose kann durch eine zytologische Untersuchung der Krusten bestätigt werden. Dafür wird ein Abklatschpräparat von der Unterseite einer Kruste genommen und anschließend gefärbt. Ein negatives Ergebnis schließt jedoch eine Dermatophilose nicht aus.

Das Bakterium wächst gut auf Blutagarböden bei 37°C, weshalb zusätzlich eine Bakterienkultur angelegt werden kann.

5 Differentialdiagnosen

Als Differentialdiagnosen kommen einige andere Erkrankungen in Frage, unter anderem:

6 Therapie

Es ist von besonderer Wichtigkeit, dass die prädisponierenden Faktoren wie Nässe und Mikrotraumata minimiert werden. Dazu gehören entsprechende Unterstände für die Pferde und Fliegen- bzw. Mückenbekämpfung.

Zur topischen Therapie können antibakterielle Shampoos oder Sprays (z.B. Chlorhexidin) zu Beginn zwei Mal wöchentlich und dann wöchentlich angewendet werden. Es ist zu beachten, dass die Pferde danach gut getrocknet werden müssen. Zu empfehlen ist das vorsichtige Scheren des Haarkleides, da somit die lokale Therapie erleichtert durchgeführt werden kann.

In schweren Fällen kann eine Verabreichung von systemischen Antibiotika notwendig sein.

7 Literatur

  • Brehm W, Gehlen H, Ohnesorge B et al., Hrsg. Handbuch Pferdepraxis. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016.

Diese Seite wurde zuletzt am 11. Juli 2020 um 12:57 Uhr bearbeitet.

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