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Calicivirus-Infektion (Katze)

Synonyme: feline Calicivirus Infektion

1 Definition

Die Calicivirus-Infektion ist eine Infektionskrankheit bei der Katze, die durch das feline Calicivirus (FCV) hervorgerufen wird und als Teil des Katzenschnupfenkomplexes gilt.

2 Erreger

Beim felinen Calicivirus handelt es sich um ein unbehülltes, einzelsträngiges RNA-Virus. Das Virus kann rasch mutieren und wird durch organische Lösungsmittel nicht inaktiviert. Bei Raumtemperatur kann es mehrere Tage überleben.

3 Epidemiologie

Infektionen mit dem felinen Calicivirus treten vor allem dort auf, wo viele Katzen auf beschränktem Raum zusammenleben (z.B. Zuchten oder Tierheime). Bei einzeln gehaltenen Katzen kommt es in der Regel seltener zu Krankheitsfällen.

4 Pathogenese

Das feline Calicivirus wird vor allem durch direkten Kontakt, seltener durch Aerosole übertragen. Die Haupteintrittspforte ist die Nasenhöhle. Bereits einen Tag nach der Infektion kann das Virus in den Tonsillen und oberen Atemwegen nachgewiesen werden. In manchen Fällen kommt es nach wenigen Tagen zur Virämie.

Viele Katzen werden nach einer Infektion zu asymptomatischen Trägertieren und scheiden noch monatelang das Virus aus.

5 Symptome

Bei einer Infektion mit dem felinen Calicivirus können verschiedene Symptome auftreten, die in Abhängigkeit von der Virulenz des Erregers in unterschiedlicher Ausprägung auftreten. Häufige klinische Anzeichen sind unter anderem:

Zusätzlich kann es in selteneren Fällen zu Durchfall oder Erbrechen kommen. Einzelne feline Calicivirus-Stämme können in den Gelenken lokalisiert sein und zu Lahmheit führen.

Einige Infektionen verlaufen asymptomatisch.

6 Diagnostik

Die Diagnosestellung kann sich oft als schwierig erweisen. Eine postive RT-PCR ist nicht beweisend für die Erkrankung, da das Virus auch bei vielen Katzen ohne Symptome nachgewiesen werden kann. Zusätzlich ist die PCR auch im Anschluss an eine Impfung oft positiv. Der Nachweis mittels PCR ist dann zielführend, wenn auch die Symptome typisch für eine feline Calicivirus Infektion sind.

Serologische Nachweisverfahren (z.B. ELISA) haben derzeit (2021) keine Bedeutung in der Diagnostik der Calicivirus Infektion bei der Katze.

Hämatologie und Serologie weisen keine spezifischen Veränderungen auf.

7 Therapie

Die Therapie zielt auf die Bekämpfung etwaiger bakterieller Sekundärinfektionen ab. Die Gabe von Antibiotika ist vor allem dann indiziert, wenn es zur Entwicklung einer Pneumonie kommt.

Falls die Ulzera in der Maulhöhle längere Zeit persistieren oder Entzündungen des Zahnfleisches hervorrufen, kann eine Therapie mittels Kortikosteroiden oder lokalen Injektionen von Interferon-omega (IFN-ω) versucht werden.

8 Prophylaxe

Die feline Calicivirus-Vakzine zählt zusammen mit der Felinen-Herpesvirus-Vakzine und Parvovirusvakzine zu den Core-Komponenten der Katzenimpfung. Das bedeutet, dass alle Katzen gegen diese Erreger geimpft werden sollten. Es sind verschiedene Impfstoffe verfügbar.

9 Quellen

  • Schmidt V, Horzinek MC (Begr.), Lutz H, Kohn B, Forterre F (Hrsg.). 2015. Krankheiten der Katze. 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG. ISBN: 978-3-8304-1242-7.

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Februar 2021 um 20:01 Uhr bearbeitet.

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