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Palatum durum (Veterinärmedizin)

Synonym: harter Gaumen
Englisch: palate

1 Definition

Das Palatum durum bzw. der harte Gaumen ist der knöcherne Anteil des Mundhöhlendaches bzw. des Nasenhöhlenbodens beim Haussäugetier.

2 Anatomie

Das Palatum durum bildet, zusammen mit der Schleimhaut, das Dach der Mundhöhle (Cavum oris). Das Mundhöhlendach ist besonders beim Pferd von starken Venengeflechten unterlagert. Der harte Gaumen wird von dem oberen Zahnbogen (Arcus dentalis superior) umrahmt. Dabei geht die derbe Schleimhaut seitlich in das Zahnfleisch und am Choanenrand des Os palatinum (Gaumenbein) in das Gaumensegel (weicher Gaumen) über.

2.1 Gaumennaht

Beim Wiederkäuer, Pferd und Schwein teilt eine mediane Längsfurche, die als Gaumennaht (Rhaphe palati) bezeichnet wird, den harten Gaumen in zwei symmetrische Hälften. Beim Hund findet man in diesem Bereich eine undeutliche mediane Leiste.

2.2 Gaumenstaffel

Beiderseits der Rhaphe palatini sind paarige, zum Teil gegeneinander versetzte, verhornte sowie rachenwärts leicht konkav gebogene Schleimhautquerleisten, die Gaumenstaffeln (Rugae palatinae), ausgebildet. Diese steigen in Richtung Rachen (Pharynx) flach an, bilden einen First und fallen zur nächsten Staffel hin wieder steil ab. Beim Rind sind am First nach kaudal gerichtete, verhornte Papillen ausgebildet. Die Gaumenpapillen der kleinen Wiederkäuer sind deutlich feiner und zahlreicher und weisen einen geringeren Verhornungsgrad auf.

Zwischen die Gaumenstaffeln können sich kleinere Schaltstaffeln einschieben. Die Anzahl der einzelnen Staffeln variiert nach Tierart und Individuum stark. So besitzen

  • der Hund 6 bis 10,
  • die Katze 7,
  • das Schwein 20 bis 23,
  • das Rind 15 bis 12,
  • das Schaf etwa 14,
  • die Ziege 12 und
  • das Pferd 16 bis 18 paarige Gaumenstaffeln.

Die Gaumenstaffeln reichen nur beim Pferd und beim Schwein bis zum weichen Gaumen, während der rachenwärtige Teil des harten Gaumens bei den restlichen Haussäugetieren glatt ist.

2.3 Papilla incisiva

Kaudal der mittleren Schneidezähne des Zwischenkiefers (Os incisivum) bzw. hinter der Zahnplatte der Wiederkäuer findet man am harten Gaumen einen Schleimhauthügel, die Papilla incisiva. Mit Ausnahme des Pferdes findet sich auf ihr seitlich je eine Mündung des paarigen Ductus incisivus.

3 Histologie

Die Schleimhaut des harten Gaumens ist frei von Drüsen. Nur beim Hund und auch bei den Wiederkäuern findet man im kaudalen, staffelfreien bzw. beim Schwein in seinem rostralen Abschnitt vereinzelt Drüsen. Das Palatum durum kann bei einigen Haussäugetieren mehr oder weniger schwarz pigmentiert sein.

4 Funktion

Der harte Gaumen dient - zusammen mit seinen Rugae palatinae und der Zunge - der Nahrungsaufnahme sowie dem Weitertransport des Bissens als Widerlager.

5 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band II: Organsysteme. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

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