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Atemmuskulatur (Veterinärmedizin)

Synonyme: Atmungsmuskulatur, Atmungsmuskeln

1 Definition

Als Atemmuskulatur bezeichnet man all jene Muskeln, die an einer aktiven Erweiterung oder Verengung der Brusthöhle beteiligt sind und dadurch die Atmung unterhalten.

2 Atemmechanik

Da die beiden Pleurablätter über Kapillarkräfte aneinandergeheftet sind, folgt die Lunge dank ihrer Dehnbarkeit und Elastizität passiv den Thoraxexkursionen. Wird der Brustraum erweitert, wird die Lunge entfaltet und es folgt eine Inspiration. Im Gegenzug dazu wird die Atemluft bei einer Verengung der Brusthöhle, der die Lunge aufgrund der Rückstellkräfte ihrer elastischen Fasern wiederum folgt, teilweise aus den Luftwegen gepresst. Dieser Vorgang ist die Exspiration.

3 Anatomie

Die Atemmuskeln sind aufgrund der aktiven Erweiterung bzw. Verengung des Brustraumes für die In- und Exspirationsbewegungen der Brustwand zuständig.

Aufgrund der Atemmechanik müssen alle Atemmuskeln am knöchernen Brustkorb (Thorax) bzw. den beweglichen Rippen und Rippenknorpeln ansetzen. Gleichzeitig sind sie an der Bewandung der Brusthöhle beteiligt. Man bezeichnet sie deshalb oftmals auch als Muskeln der Brustwand oder des Thorax.

Die Atemmuskeln können anhand ihrer Funktion in Inspiratoren und Exspiratoren unterteilt werden. Erstere bewegen aufgrund ihres Ursprunges, Ansatzes und Verlaufes die Rippen nach vorne und außen, die zweite Gruppe hingegen dreht die Rippen nach hinten und innen. Der wirksamste aller Inspiratoren ist das Zwerchfell. Es trennt nicht nur die Brust- von der Bauchhöhle, sondern führt durch Kontraktion zu einer aktiven Einatmung. Durch die Unterstützung der Bauchmuskeln kann eine besonders starke Exspiration durchgeführt werden.

3.1 Muskeln

Zu den Atemmuskeln gehören:

Alle Atemmuskeln sind mehr oder weniger segmental angelegt. Das Zwerchfell bildet hierbei die einzige Ausnahme, da es die kaudale Lungengrenze bildet und folglich einen senkrechten bis schräg-senkrechten Verlauf anzeigt.

3.2 Innervation

Muskeln: Nerven:
M. serratus dorsalis cranialis laterale Äste der Nn. intercostales
M. serratus dorsalis caudalis laterale Äste der Nn. intercostales
Mm. intercostales externi laterale Äste der Nn. intercostales
Mm. intercostales interni mediale Äste der Nn. intercostales
Mm. levatores costarum  Dorsaläste der Nn. thoracici bzw. Zweige aus
Nn. intercostales
M. rectus thoracis Nn. intercostales
M. transversus thoracis Nn. intercostales
Diaphragma Ventraläste des 5. bis 7. Halsnerven (N. phrenicus)

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band I: Bewegungsapparat. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

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