Asphyxie
Synonyme: Asphyxia, "Pulslosigkeit"
Englisch: asphyxia
Definition
Unter einer Asphyxie versteht man einen drohenden Erstickungszustand durch Absinken des arteriellen Sauerstoffgehalts (Hypoxämie) bei gleichzeitiger Kohlendioxidretention (Hyperkapnie). Durch die Hyperkapniewahrnehmung im Hirnstamm entsteht erhebliche Erstickungsangst.
Die Asphyxie des Neugeborenen bezeichnet man als Asphyxia neonatorum.
Physiologie
Bei der Asphyxie führt eine Störung des Gasaustauschs bzw. der alveolären Ventilation zu einer Abnahme des arteriellen Sauerstoffgehalts sowie zu einer gleichzeitigen Retention von Kohlenstoffdioxid (Hyperkapnie). Folge ist eine verminderte Sauerstoffverfügbarkeit im Gewebe (Gewebehypoxie). Im Gegensatz zur reinen Hypoxie (Erstickungsablauf ohne CO2-Retention) entsteht bei der Asphyxie infolge der gleichzeitigen Hyperkapnie eine ausgeprägte Erstickungsangst.
Die Asphyxie zwingt die Zellen zur Umstellung von aerober auf anaerobe Energiegewinnung, wodurch vermehrt Laktat gebildet wird. Dies führt zur Entwicklung einer metabolischen Azidose. Parallel resultiert aus der CO2-Retention eine respiratorische Azidose, sodass bei fortbestehender Asphyxie eine kombinierte metabolisch-respiratorische Azidose entsteht.
Ursache
- Atemlähmung
- Verlegung der Atemwege
- Herzinsuffizienz
- Trauma (Perthes-Syndrom)
Klinik
Die Asphyxie macht sich durch eine zentrale Zyanose bemerkbar, die zu einer Blaufärbung der stark vaskularisierten Schleimhäute und – in geringerem Umfang – der Haut führt. Dauert die Asphyxie an, kommt es zur Bewusstseinstrübung und zum Koma.
Diagnose
Die Diagnosestellung erfolgt primär klinisch und wird durch Laborbefunde gestützt. In der arteriellen Blutgasanalyse zeigt sich typischerweise eine Hypoxämie mit erniedrigtem pO₂, eine Hyperkapnie mit erhöhtem pCO₂ sowie eine Azidose (pH < 7,35). Bei ausgeprägter Asphyxie besteht zusätzlich eine Laktaterhöhung als Ausdruck der anaeroben Stoffwechsellage. Ergänzend zeigt die Pulsoximetrie eine reduzierte Sauerstoffsättigung (SpO₂).