Alirocumab
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LoslegenHandelsname: Praluent®
Englisch: alirocumab
Definition
Alirocumab ist ein monoklonaler Antikörper, der als Lipidsenker zur Therapie der Hypercholesterinämie eingesetzt wird. Der Arzneistoff gehört zur Gruppe der PCSK9-Hemmer.
Chemie
Alirocumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper vom Isotyp IgG1. Das Molekulargewicht beträgt rund 146 kDa.[1] Der Wirkstoff besteht aus zwei schweren Ketten, die durch Disulfidbrücken untereinander und mit zwei weiteren leichten Ketten verbunden sind. Alirocumab wird rekombinant aus genetisch modifizierten CHO-Zellen hergestellt.
Wirkmechanismus
Alirocumab bindet an die Serinprotease PCSK9 (Proprotein-Konvertase Subtilisin/Kexin Typ 9), ein an der Regulation des Cholesterinstoffwechsels beteiligtes Protein. PCSK9 bindet an LDL-Rezeptoren auf der Oberfläche von Leberzellen (Hepatozyten) und fördert deren Abbau in den Lysosomen.
Alirocumab bindet selektiv an das zirkulierende PCSK9 und verhindert, dass es mit den LDL-Rezeptoren interagiert. Dadurch wird der Abbau der LDL-Rezeptoren verzögert, was ihre Verfügbarkeit auf der Oberfläche der Hepatozyten erhöht. Dies senkt die Konzentration des LDL-C im Blut, weil mehr LDL-C in die Leberzellen aufgenommen werden kann.
Pharmakokinetik
Nach subkutaner Injektion beträgt die absolute Bioverfügbarkeit von Alirocumab etwa 85 %, maximale Serumkonzentrationen werden nach 3 bis 7 Tagen erreicht. Bei niedrigen, nicht-sättigenden Konzentrationen erfolgt die Elimination überwiegend über einen unspezifischen proteolytischen Abbau mit einer terminalen Halbwertszeit von etwa 17 bis 20 Tagen. Bei therapeutischen Konzentrationen kommt zusätzlich eine sättigbare, zielvermittelte Clearance durch Bindung an PCSK9 zum Tragen, sodass die effektive Halbwertszeit dosisabhängig ist.
Alter, Körpergewicht, Geschlecht, Ethnizität und Kreatininclearance beeinflussen die Pharmakokinetik nicht relevant. Bei leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz wurden keine klinisch bedeutsamen Abweichungen beobachtet. Daten zu schwerer Leberfunktionsstörung liegen derzeit (2026) nicht vor.
Indikationen
Alirocumab ist ergänzend zu einer Diät bei Erwachsenen mit primärer Hypercholesterinämie oder gemischter Dyslipidämie sowie bei Kindern und Jugendlichen ab 8 Jahren mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie zugelassen. Es wird bei unzureichender LDL-C-Zielwerterreichung zusätzlich zur maximal verträglichen Statintherapie eingesetzt, bei Statinunverträglichkeit oder -kontraindikation auch ohne Statin.
Eine weitere Indikation ist die Reduktion des kardiovaskulären Risikos bei Erwachsenen mit bestehender atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung, zusätzlich zur Korrektur anderer Risikofaktoren und zur maximal verträglichen Statintherapie beziehungsweise ohne Statin bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation.
Darreichungsformen
Alirocumab steht als Injektionslösung zu 75 mg, 150 mg und 300 mg jeweils in Fertigspritzen beziehungsweise Fertigpens zur einmaligen Anwendung zur Verfügung.
Dosierung
Der Wirkstoff wird subkutan injiziert. Erwachsene erhalten 75 oder 150 mg alle 2 Wochen oder 300 mg alle 4 Wochen. Bei Kindern und Jugendlichen ab 8 Jahren mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie beträgt die empfohlene Dosis bei einem Körpergewicht unter 50 kg 150 mg alle 4 Wochen, ab 50 kg 300 mg alle 4 Wochen. Bei zusätzlichem LDL-C-Senkungsbedarf kann auf 75 mg alle 2 Wochen beziehungsweise 150 mg alle 2 Wochen umgestellt werden.[2]
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
Zu den Nebenwirkungen zählen:
- Lokalreaktionen an der Injektionsstelle (Rötung, Schwellung)
- Rhinorrhö
- Bronchitis
- Harnwegsinfekte
- Diarrhö
- Muskelschmerzen
Selten können schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Nach Markteinführung wurden auch Angioödeme berichtet, ihre Häufigkeit ist nicht bekannt.[2]
Kontraindikationen
Alirocumab ist bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile kontraindiziert.
Kosten
Die Jahrestherapiekosten betragen ca. 5.341 Euro.[3] Das hat zu einer Einschränkung der Verordnungsfähigkeit durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geführt. Für die Verordnung zulasten der GKV muss die Einleitung und Überwachung der Therapie durch entsprechende Fachärzte erfolgen.[4]
Podcast
Bildquelle
- Bildquelle Podcast: ChatGPT (DocCheck)
Quellen
- ↑ DailyMed: PRALUENT – alirocumab injection, solution, Prescribing Information, abgerufen am 18.09.2026
- ↑ 2,0 2,1 EMA: Praluent – Produktinformation, abgerufen am 18.09.2026
- ↑ Gemeinsame Arbeitsgruppe Arzneimittel: Rezept-Info – Verordnung von Lipidsenkern, Stand 02/2026, abgerufen am 18.09.2026
- ↑ G-BA: Arzneimittel-Richtlinie, Anlage III – Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse, Stand 05.09.2026, abgerufen am 18.09.2026