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Akzelerierter idioventrikulärer Rhythmus

(Weitergeleitet von AIVR)

Synonyme: AIVR, beschleunigter Kammereigenrhythmus
Englisch: accelerated idioventricular rhythm

1 Definition:

Ein akzelerierter idioventrikulärer Rhythmus, kurz AIVR, bezeichnet einen regelmäßigen ventrikulären Rythmus mit einer Frequenz zwischen 50 und 125 bpm. Er entsteht durch ektope Erregungsbildung im Ventrikel und ist hochfrequent bzw. übersteigt den Rhythmus des Sinusknotens.

2 Ätiologie:

Es gibt viele Auslöser, die zu einem AIVR führen können. Es handelt sich zumeist um benigne und selbstlimitierende Rhythmen. Der häufigste Grund ist eine myokardiale Ischämie, besonders in Phasen der Reperfusion (z.B. im Rahmen einer Thrombolyse). Zu den weiteren Ursachen gehören u.a.:

3 Symptome

Zugrunde liegt ein normaler Rhythmus, der plötzlich seine Frequenz (i.d.R. zwischen 50-110 bpm) und Morphologie verändert. Des Weiteren ist dieser Rhythmus durch mindestens drei ventrikuläre Komplexe (Fusion und/oder capture beats) gekennzeichnet, die den normalen Rhythmus unterbrechen. Der QRS-Komplex ist deutlich verbreitert (> 120 Millisekunden).

4 Differentialdiagnose

5 Therapie

Meist ist eine AIVR selbstlimitierend, wenn der Sinusknoten die ektope Reizbildung wieder überholt. Ansonsten ist die Behandlung der auslösenden Ursache zielführend, etwa die Behebung der Myokardischämie, ein Ausgleich der Elektrolyte oder die Gabe von Antidoten bei Intoxikation. Eine Therapie mit Antiarrhythmika sollte vermieden werden, weil es dadurch zu einer hämodynamischen Instabilität kommen kann. Bei Patienten mit einem schlechten Herzzeitvolumen kann erwogen werden, die Frequenz des Sinusrhythmus sowie die atrioventrikuläre Überleitung zu triggern, zum Beispiel durch das Medikament Atropin.

6 Quellen

  • Klinge R et al: Das Elektrokardiogramm. 10., aktualisierte und erweiterte Auflage, 2015. Thieme Verlag. doi:10.1055/b-003-124639
  • Baenkler HW et al: Innere Medizin. 1. Auflage, 2001. Thieme Verlag
  • Mewis C et al.: Kardiologie compact. 2. Auflage, 2006. Thieme Verlag

Tags:

Fachgebiete: Kardiologie, Notfallmedizin

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