Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind gen Süden gefahren und machen eine Pause. Deswegen steht das Flexikon vom 16. bis 23. Juli 2018 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 24. Juli könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

Unser Tipp: Genießt die Sonne! Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr frisch erholt wiederkommt!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Stress-Kardiomyopathie

Synonyme: Gebrochenes-Herz-Syndrom, Tako-Tsubo-Kardiomyopathie, transiente linksventrikuläre apikale Ballonierung
Englisch: broken heart syndrome

1 Definition

Bei der Stress-Kardiomyopathie handelt es sich um eine akut einsetzende, seltene Erkrankung des Herzmuskels, die meistens bei postmenopausalen Frauen nach heftigen emotionalen Ereignissen auftritt. Sie weist Anzeichen eines akuten Koronarsyndroms (ACS) bzw. eines akuten Myokardinfarkts auf.

ICD-10: I42.8

2 Symptome

Die Symptome treten nach schweren psychischen Verlusterlebnissen (Konflikte, Naturkatastrophen, Krieg) auf.

3 Ursachen

Die eigentliche Ursache der Stress-Kardiomyopathie ist unklar. Aufgrund einer akuten oder dauerhaften Stressbelastung oder einem katecholaminproduzierenden Tumor (Phäochromozytom) kommt es zu einer übermäßigen Katecholaminfreisetzung (Katecholaminschwemme), die zur Schädigung und Störung der Herzmuskelzellen beiträgt. Es werden auch hormonelle (Sympathikusaktivierung durch Östrogendefizit), virale (Zytomegalievirus) und genetische Ursachen diskutiert.

4 Epidemiologie

Es wird davon ausgegangen, dass ein Großteil der von Stress-Kardiomyopathien Betroffenen falsch diagnostiziert wird. Insgesamt sind die Fallzahlen vor allem in den Industrienationen zunehmend. Frauen sind deutlich häufiger (etwa 90%) betroffen als Männer.

5 Diagnostik

Wegweisend für die Diagnostik ist die Anamnese. Durch eine tiefgehende und gezielte Befragung muss ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Beschwerden und einem emotional belastenden Ereignis eruiert werden.

Daneben gilt es, alle relevanten Differentialdiagnosen klinisch auszuschliessen. So sollte neben dem Routinelabor mit Herzenzymen, Retentionsparametern und Schilddrüsenwerten auch eine Sonographie des Abdomens und des Herzens erfolgen. Des weiteren gehört zur Diagnostik ein Röntgen-Thorax in zwei Ebenen. Der Auschluss einer KHK kann durch eine Koronarangiographie erfolgen. Je nach Symptomatik kann auch ein Kardio-MRT durchgeführt werden.

5.1 EKG-Diagnose

Wie bei einem Herzinfarkt kann es zu ST-Hebungen kommen.

5.2 Laborwerte

Es kann zu einem Anstieg von Troponin kommen.

6 Differentialdiagnose

7 Komplikationen

Insgesamt kann die Prognose von Stress-Kardiomyopathien als gut angesehen werden. In rund 10% der Fälle kommt es jedoch zu Komplikationen wie:

8 Therapie

Derzeit gibt es noch keine validierte Therapie. Betroffene Patienten sollten vorerst in einer Intensivstation aufgenommen und monitorisiert werden. Es kann eine vorsichtige Volumenzufuhr erfolgen. Weiters können Alpha-Blocker und bei hämodynamisch stabilen Patienten auch Beta-Blocker (z.B. Bisoprolol oder Nebivolol) zum Einsatz kommen, um die Herzbelastung zu reduzieren.

Die Prognose bei der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie ist im Vergleich zu anderen Kardiomyopathien gut.

9 Trivia

Das Synonym Tako-Tsubo-Kardiomyopathie leitet sich von einer japanische Tintenfischfalle in Form eines Kruges mit kurzem Hals (Tako-Tsubo) ab, da die Form der linken Herzkammer am Ende der Systole daran erinnert. Diese Aufdehnung wird auch als "ballooning" bezeichnet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

10 Wertungen (3.4 ø)

90.016 Aufrufe

Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: