Exokrine Pankreasinsuffizienz: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Bestimmung der Pankreas-Elastase-1 im Stuhl ist aktuell die praktikabelste Testmethode mit der höchsten [[Sensitivität]]. Physiologischerweise wird Pankreas-Elastase-1 nicht gespalten. Somit gibt es eine lineare Korrelation zwischen der vom Pankreas sezernierten Elastase-1 sowie der Elastase-1,  die sich im schlussendlich im Stuhl befindet. Bei einer pankreatischen Insuffizienz wird keine Elastase-1 mehr ausgeschüttet, und befindet sich somit auch weniger im Stuhl.  
Die Bestimmung der Pankreas-Elastase-1 im Stuhl ist aktuell die praktikabelste Testmethode mit der höchsten [[Sensitivität]]. Physiologischerweise wird Pankreas-Elastase-1 nicht gespalten. Somit gibt es eine lineare Korrelation zwischen der vom Pankreas sezernierten Elastase-1 sowie der Elastase-1,  die sich schlussendlich im Stuhl befindet. Bei einer pankreatischen Insuffizienz wird keine Elastase-1 mehr ausgeschüttet und entsprechend sinkt die Konzentration im Stuhl.
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Auch Stuhlfettwerte ≥ 15 g/d stellen bei entsprechender Symptomatik eine Indikation zur Substitution von Pankreatin dar.
Eine Konzentration von Trypsinogen im Serum unter 20 ng/ml spricht für eine fortgeschrittene exokrine Pankreasinsuffizienz. Stuhlfettwerte ≥ 15 g/d stellen bei entsprechender Symptomatik eine Indikation zur Substitution von Pankreatin dar.


==Therapie==
==Therapie==

Version vom 5. Juli 2019, 09:18 Uhr

Synonym: exkretorische Pankreasinsuffizienz
Englisch: exocrine pancreatic insufficiency

Definition

Die exokrine Pankreasinsuffizienz, kurz EPI, ist eine durch verschiedene Ursachen ausgelöste Funktionsstörung des exokrinen Pankreas, also des Teils, der wichtige Verdauungsenzyme produziert. Infolge der Insuffizienz kommt es zu einer verminderten oder gar fehlenden Enzymsekretion. Insbesondere durch den Mangel an Lipase kommt es zur Maldigestion und Malabsorption von Fetten. Kohlenhydrate können durch Enzyme aus Speichel, Magen und Duodenum weitestgehend normal abgebaut werden.

  • ICD10-Code: K86.8 - Sonstige näher bezeichnete Krankheiten des Pankreas

Symptome

Die Symptome einer exokrinen Pankreasinsuffizienz sind eher unspezifisch, was eine genaue Diagnosestellung erschwert. Die Maldigestion von Fetten durch das Fehlen von Lipasen führt zum Fettstuhl (Steatorrhö), der für die exokrine Pankreasinsuffizienz typisch ist. Weitere, unspezifische Symptome können sein:

Ätiologie

Es gibt mehrere mögliche Ursachen für eine exokrine Pankreasinsuffizienz, die entweder organisch oder funktionell bedingt sind. Im Erwachsenenalter ist die häufigste Ursache einer Maldigestion eine chronische Pankreatitis. Bei einer Maldigestion bzw. Malabsorption sind pankreatogene und nicht pankreatogene Ursachen (Morbus Crohn) zu unterscheiden. Im Kindesalter ist die exokrine Pankreasinsuffizienz oft Ausdruck einer Mukoviszidose. Weitere Ursachen können sein:

Organische Ursachen

Funktionelle Ursachen

Diagnostik

Die Diagnostik einer exokrinen Pankreasinsuffizienz gestaltet sich durch die unspezifische Symptomatik und wenig sensitive Testverfahren schwierig. Mögliche Tests sind zum Beispiel:

Die Bestimmung der Pankreas-Elastase-1 im Stuhl ist aktuell die praktikabelste Testmethode mit der höchsten Sensitivität. Physiologischerweise wird Pankreas-Elastase-1 nicht gespalten. Somit gibt es eine lineare Korrelation zwischen der vom Pankreas sezernierten Elastase-1 sowie der Elastase-1, die sich schlussendlich im Stuhl befindet. Bei einer pankreatischen Insuffizienz wird keine Elastase-1 mehr ausgeschüttet und entsprechend sinkt die Konzentration im Stuhl.

Normwert Pankreasinsuffizienz
Elastase-1/g Stuhl > 200 μg < 100 μg

Eine Konzentration von Trypsinogen im Serum unter 20 ng/ml spricht für eine fortgeschrittene exokrine Pankreasinsuffizienz. Stuhlfettwerte ≥ 15 g/d stellen bei entsprechender Symptomatik eine Indikation zur Substitution von Pankreatin dar.

Therapie

Die Therapie erfolgt durch die Substitution von Pankreasenzymen in Form von Schweine-Pankreatin. Die Dosierung erfolgt angepasst an die Mahlzeiten. Des Weiteren erfolgt eine direkte Lipasesubstitution zu den Hauptmahlzeiten.

Quelle

<references>

  1. Mössner J, Keim V. Therapie mit Pankreasenzymen, Deutsches Ärzteblatt, Jg. 108, Heft 34-35, 29.08.2011, abgerufen am 04.07.2019