Ductus mesonephricus: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 18. Dezember 2017, 14:27 Uhr
nach Kaspar Friedrich Wolff (1733-1794), deutscher Anatom
Synonyme: Urnierengang, Wolff-Gang
Englisch: mesonephric duct, Wolffian duct
Definition
Der Ductus mesonephricus ist eine embryonale Genitalanlage, die bei beiden Geschlechtern vorhanden ist und bei der Sexualdifferenzierung eine wichtige Rolle spielt.
Embryologie
Beide Geschlechter
Bei beiden Geschlechtern entwickelt sich aus dem Ductus mesonephricus die Ureterknospe, die als dorsale Ausbuchtung in das metanephrogene Blastem einwächst. Aus ihr entwickeln sich im weiteren Verlauf die Nierenbecken, die großen und kleinen Nierenkelche, die Papillargänge und das Sammelrohrsystem. Aus dem Stiel der Ureterknospe entwickeln sich die Harnleiter.
Mannliches Geschlecht
Aus dem Ductus mesonephricus entstehen im Rahmen der normalen männlichen Sexualdifferenzierung die Samenwege zwischen dem Hoden und der Prostata. Dazu zählen der Nebenhoden, der Samenleiter (Ductus deferens), das Samenbläschen (Vesicula seminalis) und der durch die Prostata ziehende Spritzgang (Ductus ejaculatorius). Die am weitesten kranial gelegenen Anteile des Urnierengangs werden zum Appendix epididymidis, einem Anhängsel des Nebenhodens.
Weibliches Geschlecht
Bei der weiblichen Sexualdifferenzierung wird der Ductus mesonephricus zwischen dem 2. und 3. Monat der Embryonalentwicklung bis auf wenige Überreste zurückgebildet. Kranial können einige Relikte in Form des Epoophorons und des Paroophorons zurückbleiben. Aus den kaudalen Anteilen in der Scheidenwand entsteht der Gartner-Gang, aus dem die Gartner-Zysten hervorgehen können.
Klinik
Eine Fehlbildung des Ductus mesonephricus kann zum Zinner-Syndrom führen.