Wirbelsäulen-CT
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Synonyme: CT der Wirbelsäule, Computertomographie der Wirbelsäule, Spinal-CT
Englisch: spine CT scan
Definition
Die Computertomographie (CT) der Wirbelsäule ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von Röntgenstrahlen hochauflösende Schnittbilder der Wirbelsäule erzeugt. Sie ermöglicht eine schnelle und detailreiche Beurteilung von Verletzungen, degenerativen Veränderungen und komplexen anatomischen Verhältnissen und ist damit besonders in der Notfall- und Operationsdiagnostik von zentraler Bedeutung.
Anatomie
Die Wirbelsäule besteht aus 33-34 Wirbeln und gliedert sich in Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule sowie Kreuz- und Steißbein.
- Halswirbelsäule (HWS, C1-C7)
- Brustwirbelsäule (BWS, Th1-Th12)
- Lendenwirbelsäule (LWS, L1-L5)
- Kreuzbein (Os sacrum)
- Steißbein (Os coccygis)
Funktionell dient sie als zentrales Achsenorgan des Skeletts und gewährleistet Stabilität, Schutz und Beweglichkeit.
Zwischen den Wirbelkörpern befinden sich die Bandscheiben als fibroknorpelige Strukturen, die Stoßbelastungen abfangen und wesentlich zur Lastenverteilung sowie zur Beweglichkeit der Wirbelsäule beitragen. Der Spinalkanal wird durch die übereinanderliegenden Foramen vertebrale der Wirbel gebildet und enthält das Rückenmark sowie die austretenden Spinalnervenwurzeln.
Indikationen
- Akute Indikationen
- Verdacht auf Wirbelkörperfrakturen
- Polytrauma
- Neurologische Ausfälle
- Degenerative Erkrankungen (Spondylose, Spinalkanalstenose, Bandscheibendegeneration, Spondylolisthesis)
- Entzündliche Erkrankungen (Spondylodiszitis, Epiduralabszess, Paravertebraler Abszesse, Osteomyelitis)
- Tumoren und Metastasen
- Postoperative Kontrolle
Untersuchung
Patientenvorbereitung
- Aufklärung über Ablauf, Untersuchungsdauer und Strahlenexposition
- Anamnese
- Bei Kontrastmittelgabe (selten): Prüfung der Nierenfunktion und Kontrastmittelunverträglichkeit
- Entfernung metallischer Gegenstände im Untersuchungsbereich zur Vermeidung von Bildartefakten
Lagerung des Patienten
Der Patient wird in Rückenlage auf dem CT-Untersuchungstisch positioniert, wobei die zu untersuchende Wirbelsäulenregion zentriert wird. Zur Vermeidung von Bewegungsartefakten erfolgt eine möglichst stabile Ruhigstellung des Patienten. Zusätzlich erhält der Patient kurze Atemanweisungen während der Bildakquisition.
Bildakquisition
- Spiral-CT mit dünner Schichtdicke
- Darstellung einzelner Wirbelsäulenabschnitte oder gesamter Wirbelsäule
Kontrastmittel
In der Regel wird die Wirbelsäulen-CT nativ (ohne Kontrastmittel) durchgeführt.
Kontrastmittel ist indiziert bei:
- Tumorverdacht
- Gefäßdarstellungen
- Entzündungen (z.B. Abszesse)
Vorteile
- Hohe räumliche Auflösung knöcherner Strukturen
- Schnelle Durchführung (Notfalldiagnostik, Traumatologie)
- 3D-Rekonstruktion
Nachteile
- Strahlenexposition
- Geringere Weichteilauflösung im Vergleich zur MRT (Bandscheiben, Rückenmark, Nerven)