CT-Artefakt
Definition
Ein CT-Artefakt ist eine Bildverzerrung oder Bildstruktur in der Computertomographie (CT), die nicht der tatsächlichen anatomischen Struktur entspricht, sondern durch physikalische, technische oder patientenbedingte Einflüsse während der Datenerfassung oder Bildrekonstruktion entsteht.
Hintergrund
Die Computertomographie rekonstruiert Schnittbilder aus zahlreichen Projektionsdaten, die während der Rotation von Röntgenröhre und CT-Detektor aufgenommen werden. Störungen der Strahlenphysik, der Messgeometrie oder der Rekonstruktionsalgorithmen können dazu führen, dass die berechneten CT-Zahlen nicht korrekt den tatsächlichen Schwächungskoeffizienten der Gewebe entsprechen. Die Folge sind Bildstrukturen, die anatomische Befunde imitieren oder die diagnostische Beurteilbarkeit einschränken. Moderne CT-Systeme verwenden verschiedene Strategien zur Artefaktreduktion, darunter:
- optimierte Scanparameter
- spezielle Rekonstruktionsalgorithmen, z.B. Iterative Rekonstruktion
- spektrale Bildgebung mittels Dual-Energy-CT oder Photon-Counting-CT
Einteilung
CT-Artefakte lassen sich nach ihrer Ursache in mehrere Gruppen einteilen:
- Physikalische Artefakte: durch grundlegende physikalische Eigenschaften der Röntgenstrahlung und deren Wechselwirkung mit Materie, z.B. Strahlaufhärtungsartefakt, Partialvolumenartefakt, Photon-Starvation-Artefakt
- Patientenbedingte Artefakte: Bewegungsartefakt
- Materialbedingte Artefakte: Metallartefakt
- Technische Artefakte: Ringartefakt
- Rekonstruktions- und Abtastartefakte: Aliasing-Artefakt, Windmühlenartefakt