Windmühlenartefakt
Englisch: windmill artifact
Definition
Das Windmühlenartefakt ist ein Artefakt der Computertomographie, das bei helikalen Mehrzeilen-CT-Akquisitionen in der axialen Rekonstruktionsebene auftritt.
Entstehung
Bei der Mehrzeilen-CT schneiden während einer Gantryrotation mehrere Detektorzeilen dieselbe Rekonstruktionsebene, jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Positionen entlang der z-Achse. Dies führt zu Inkonsistenzen in den Rohdaten und in der Folge zur Ausbildung von typischen Streifenartefakten.
Mit zunehmendem helikalem Pitch steigt die Anzahl der Detektorzeilen, die zur gleichen Bildebene beitragen, wodurch die Anzahl und Intensität der Streifenartefakte zunimmt.
Befund
Charakteristisch für das Windmühlenartefakt sind gleichmäßig beabstandete, helle, streifenförmige Artefakte, die von einer hochdichten Struktur (z. B. Metall, Kontrastmittelansammlung, Knochen) ausgehen. Beim Durchscrollen der betroffenen Schichten entsteht der Eindruck, dass sich diese Streifen rotierend um die Struktur bewegen, was dem Artefakt seinen Namen verleiht.
Klinische Relevanz
Das Windmühlenartefakt kann die Bildqualität deutlich beeinträchtigen und die Beurteilung angrenzender anatomischer Strukturen erschweren. In ausgeprägter Form kann es zu Fehlinterpretationen oder diagnostischer Unsicherheit führen.
Vermeidung
Zur Reduktion bzw. Vermeidung des Windmühlenartefakts kann eine Reduktion des Pitches und die Verwendung einer axialen Akquisition anstelle der helikalen Technik beitragen.
Literatur
- Botz et al., Windmill artifact., Reference article, Radiopaedia.org, abgerufen am 30.01.2026.
- Benjamin et al., Recognizing and Minimizing Artifacts at CT, MRI, US, and Molecular Imaging., RadioGraphics, 2019