Schnittbildverfahren
Synonyme: Schnittbildgebung, Schnittbilddiagnostik
Definition
Schnittbildverfahren ist eine Bezeichnung für alle Diagnoseverfahren in der Radiologie, die den menschlichen Körper schichtweise in einer Folge zweidimensionaler Abbildungen darstellen können. Sie ermöglichen die überlagerungsfreie Beurteilung anatomischer Strukturen und können sowohl morphologische als auch funktionelle Informationen liefern.
Beispiele
Beispiele für Schnittbildverfahren sind:
Technik
Moderne Schnittbildverfahren basieren heute (2026) überwiegend auf der Akquisition dreidimensionaler Volumendatensätze, aus denen mittels mathematischer Rekonstruktionsalgorithmen Schnittbilder in beliebigen Ebenen berechnet werden können.
Typische technische Merkmale sind:
- isotrope oder nahezu isotrope Voxel
- freie Wahl der Schnittebene
- Multiplanare Rekonstruktion (MPR)
MRT- und CT-Schnittbilder bilden in der Standardeinstellung als Schnittebenen meist verschiedene Transversalebenen ab. Durch die Volumenakquisition ist aber auch jede andere Schichtrichtung und eine frei drehbare 3D-Darstellung der Befunde möglich.
Bildorientierung
Konventionell werden Schnittbilder – insbesondere in CT und MRT – von kaudal nach kranial betrachtet. Dabei gilt:
- Die rechte Bildhälfte entspricht der linken Körperseite.
- Die linke Bildhälfte entspricht der rechten Körperseite.
Diese Darstellungsweise folgt international etablierten radiologischen Konventionen.
Abgrenzung
Der Begriff "Schnittbild" wird für alle zweidimensionalen Abbildungen von Körperschichten verwendet. Das Merkmal einer Tomografie ist hingegen die Berechnung eines Schnittbilds aus vielen Einzelmessungen. Deshalb wird die einfache Sonografie zwar zu den Schnittbildverfahren gerechnet, ist aber keine Tomografie.