Scheimpflug-Tomographie
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
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Definition
Die Scheimpflug-Tomographie ist ein bildgebendes Verfahren der Augenheilkunde zur dreidimensionalen Analyse der vorderen Augenabschnitte, insbesondere von Hornhaut, Vorderkammer und Linse, auf Basis rotierender Scheimpflug-Aufnahmen. Pentacam bezeichnet ein weit verbreitetes kommerzielles Gerät, das dieses Messprinzip nutzt.
Hintergrund
Die Scheimpflug-Tomographie hat sich als zentrales diagnostisches Verfahren in der refraktiven Chirurgie, der Keratokonusdiagnostik und der allgemeinen Hornhautdiagnostik etabliert. Im Gegensatz zur klassischen Keratometrie oder Placido-basierten Topographie ermöglicht sie eine volumetrische Erfassung der Hornhaut, einschließlich Vorder- und Rückfläche sowie der pachymetrischen Verteilung. Dadurch können strukturelle Veränderungen erkannt werden, die allein aus der Vorderflächenanalyse nicht zuverlässig ableitbar sind.
Prinzip
Das Verfahren beruht auf der Scheimpflug-Regel, die eine scharfe Abbildung geneigter Ebenen ermöglicht. Eine rotierende Kamera erfasst multiple optische Schnitte des vorderen Augenabschnitts unter definiertem Winkel. Aus diesen Einzelbildern wird ein dreidimensionales Modell rekonstruiert. Die Messung erfolgt kontaktlos und dauert nur wenige Sekunden.
Messparameter
Mit der Scheimpflug-Tomographie lassen sich unter anderem Hornhautkrümmung, Hornhautdicke (Pachymetrie), Elevation der Vorder- und Rückfläche, Vorderkammertiefe, Kammerwinkel und Linsendaten bestimmen. Zusätzlich werden aus den Rohdaten verschiedene Index- und Risikoparameter berechnet, die zur Beurteilung der Hornhautstabilität herangezogen werden.
Indikation
Typische Anwendungsgebiete sind die Früherkennung und Verlaufskontrolle des Keratokonus, die präoperative Diagnostik vor keratorefraktiven Eingriffen, die Beurteilung der Hornhaut nach refraktiver oder transplantationschirurgischer Behandlung sowie die Analyse der Vorderkammer bei bestimmten glaukomrelevanten Fragestellungen. Die Methode dient dabei sowohl der Diagnosestellung als auch der Risikostratifizierung.
Aussagekraft
Die besondere Stärke der Scheimpflug-Tomographie liegt in der Darstellung der posterioren Hornhautfläche und der regionalen Dickenverteilung, da frühe pathologische Veränderungen häufig zuerst dort auftreten. Die Ergebnisse sind reproduzierbar, jedoch abhängig von korrekter Fixation, ausreichender Tränenfilmqualität und transparenter Hornhaut.
Limitation
Einschränkungen bestehen bei ausgeprägten Hornhautnarben, starker Trübung oder mangelnder Mitarbeit, da diese die Bildqualität beeinträchtigen können. Die Befunde sind stets im klinischen Kontext zu interpretieren und ersetzen nicht die ophthalmologische Untersuchung, sondern ergänzen diese um strukturierte, quantitative Daten.