Bewegungsartefakt
Englisch: motion artifact
Definition
Bewegungsartefakte sind Darstellungsfehler (Artefakte) in diagnostischen Verfahren, die während der Untersuchung durch willkürliche oder unwillkürliche Bewegungen des Patienten bzw. seiner Organe verursacht werden.
Hintergrund
Bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Projektionsradiographie erfassen die Bilddaten über einen bestimmten Zeitraum. Bewegt sich der Patient oder ein Organ während dieser Datenerfassung, werden Informationen aus unterschiedlichen Positionen kombiniert. Dies führt zu fehlerhaften Rekonstruktionen und damit zu Artefakten im Bild.
Ursachen
Typische Ursachen sind:
- Patientenbewegungen (z.B. Lageveränderung, Schlucken)
- Atembewegungen
- Herzbewegungen
- Darmperistaltik
Erscheinungsbild
Bewegungsartefakte können sich im Bild unter anderem äußern als:
- Unschärfe der dargestellten Strukturen
- Doppelkonturen oder Geisterbilder
- Streifenartefakte entlang der Bewegungsrichtung
In der Computertomographie treten sie besonders häufig bei Untersuchungen des Thorax bzw. des Herzens auf.
Artefaktreduktion
Zur Verringerung von Bewegungsartefakten werden verschiedene Maßnahmen eingesetzt:
- kurze Rotationszeiten und schnelle Scanprotokolle
- Atemkommandos oder Atemanhaltephasen
- medikamentöse Frequenzsenkung bei Kardio-CT
- EKG-Gating zur Synchronisation der Bildaufnahme mit dem Herzzyklus