Linearer Schwächungskoeffizient
Englisch: linear attenuation coefficient
Definition
Der lineare Schwächungskoeffizient beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Strahlungsquant beim Durchgang durch ein Material pro Wegstrecke mit der Materie interagiert. Er ist eine zentrale Größe zur Beschreibung der Strahlenschwächung und Bestandteil des Lambert-Beer-Gesetzes.
Physikalische Bedeutung
Der lineare Schwächungskoeffizient gibt an, welcher Anteil eines Strahlenbündels pro Längeneinheit durch Absorption oder Streuung aus dem ursprünglichen Strahlenbündel entfernt wird. Für ein monoenergetisches Strahlenbündel wird die Intensitätsabnahme durch das Lambert-Beer-Gesetz beschrieben:
- = Intensität nach Durchtritt durch das Material
- = Intensität der einfallenden Strahlung
- = linearer Schwächungskoeffizient
- = durchstrahlte Materialdicke
Je größer der lineare Schwächungskoeffizient ist, desto stärker wird die Strahlung abgeschwächt.
Einflussfaktoren
Der lineare Schwächungskoeffizient hängt von mehreren physikalischen Eigenschaften ab:
- Photonenergie der Strahlung
- Ordnungszahl des Materials
- Dichte des Materials
Die Abschwächung entsteht durch verschiedene Wechselwirkungen zwischen Strahlung und Materie, insbesondere:
Einheit
Die SI-Einheit des linearen Schwächungskoeffizienten ist m-1. In der medizinischen Bildgebung werden häufig auch cm-1 verwendet.
Bedeutung in der Radiologie
In der Röntgendiagnostik bestimmen unterschiedliche Schwächungskoeffizienten verschiedener Gewebe den Bildkontrast. Knochen besitzen aufgrund ihrer höheren Dichte und Ordnungszahl einen größeren Schwächungskoeffizienten als Weichteile oder Luft. In der Computertomographie (CT) wird die räumliche Verteilung der Schwächungskoeffizienten rekonstruiert. Die gemessenen Werte werden relativ zu Wasser normiert und als CT-Zahlen in der Hounsfield-Skala dargestellt.
Abgrenzung
Vom linearen Schwächungskoeffizienten zu unterscheiden ist der Massenschwächungskoeffizient, der durch die Dichte des Materials dividiert wird und somit unabhängig von der Materialdichte ist.