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Weißes Fettgewebe

Synonyme: unilokuläres Fettgewebe, univakuoläres Fettgewebe
Englisch: white adipose tissue, white fat

1 Definition

Weißes Fettgewebe bezeichnet eine Form die ubiquitär vorkommende Form von Fettgewebe, welches durch eine weiß-gelbliche Farbe gekennzeichnet ist.

siehe auch: braunes Fettgewebe

2 Vorkommen

Weißes Fettgewebe dient als Kälteschutz (subkutanes Fettgewebe), kann aber auch mechanische Funktionen (Baufett) und Funktionen als Energiespeicher im Form von Triglyzeriden (Speicherfett) erfüllen.

Das weiße Baufett findet man subkutan in Handteller und Fußsohle, im Bereich von Kniegelenk und Gesäß, als Orbitalfett und Wangenfettpfropf. Dieses Baufett wird nur bei extremen Hungerzuständen abgebaut (Kachexie).

Das Speicherfett kommt subkutan, im Omentum majus und um den Dickdarm vor.

3 Histologie

Fettzellen treten einzeln oder in Gruppen im lockerem Bindegewebe auf und sind damit fast ubiquitär im Körper verteilt. Das Fettgewebe im engeren Sinne besteht aus einer Anordnung von vielen Fettzellen zu einem läppchenartigen Zellverband.

Lichtmikroskopisch stellen sich Adipozyten rund bis polygonal geformt mit einem Durchmesser von 70-120 µm dar. Die Zellen sind weitestgehend von einem großen Fetttropfen ausgefüllt, sodass das 1-2 µm dicke Zytoplasma in einen schmalen peripheren Saum verlagert ist. Der Zellkern liegt abgeplattet randständig vor. Die Zellorganellen (v.a. Ribosomen, raues endoplasmatisches Retikulum und Mitochondrien) befinden sich v.a. perinukleär. Da ein weißer Adipozyt nur einen Fetttropfen aufweist, wird er auch als unilokuläre Fettzelle bezeichnet. Nicht ausgereifte Fettzellen oder bei extremer Fettentspeicherung können jedoch auch mehrere Fetttropfen vorhanden sein.

In der Paraffinschnitttechnik führen organische Lösungsmittel zu einer Herauslösung der Triglyzeride aus den Zellen. Daher bleibt lichtmikroskopisch lediglich ein dünner Zytoplasmasaum und der randständige Zellkern übrig. An der Stelle des Fetttropfens befindet sich ein leerer Raum, der auch als Vakuole bezeichnet wird. Entsprechend werden weiße Fettzellen auch als univakuoläre Fettzellen bezeichnet. Um Fett mikroskopisch darzustellen, muss das Gewebe eingefroren und Gefrierschnitte angefertigt werden. Nach Auftauen können diese mit lipophilen Farbstoffen (z.B. Sudanfarbstoffe) überschichtet werden.

Die Fetttropfen sind von keiner Lipiddoppelschicht umgeben, sondern enthalten peripher nur Proteine wie Perilipin sowie ein Geflecht von Vimentinfilamenten. Um jeden Adipozyt befindet sich eine Basalmembran.

Im weißen Fettgewebe findet man lockeres Bindegewebe, das Blutgefäße und (v.a. sympathische) Nervenfasern enthält. Im Baufett besteht das Bindegewebe veremehrt aus Kollagenfasern.

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