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Schilddrüsenknoten

(Weitergeleitet von Warmer Knoten)

Englisch: thyroid nodule

1 Definition

Als Schilddrüsenknoten werden alle nodulären, herdförmigen Veränderungen des Schilddrüsengewebe verstanden, gleich welcher Genese sie sind. Sie können solitär oder multipel auftreten.

2 Epidemiologie

Schilddrüsenknoten sind in Jodmangelgebieten ein relativ häufiger Befund. In Deutschland weisen Schätzungen zufolge ungefähr 20-30% der erwachsenen Bevölkerung Schilddrüsenknoten auf.

3 Ätiologie

Die genaue Ursache für die Bildung von Schilddrüsenknoten sind noch nicht vollständig geklärt. Neben einer chronischen Unterversorgung mit jodhaltiger Nahrung, die häufig auch zur Bildung einer Struma führt, kommen Mutationen im TSH-Rezeptor-Gen als Ansatzpunkt in Frage, die ein autonomes, d.h. von der hypophysären Steuerung abgekoppeltes, Wachstum der Thyreozyten ermöglichen.

4 Diagnostik

Schilddrüsenknoten können durch verschiedene diagnostische Methoden erkannt werden. Die Palpation der Schilddrüse ist in der Regel nur bei größeren Knoten erfolgreich. Eine deutlich bessere Aussagekraft besitzt die Schilddrüsensonographie. Die weiterführende Diagnostik umfasst die Szintigraphie mit Tracern, die radioaktive Jodisotopen enthalten und so eine funktionelle Differenzierung der verschiedenen Knotentypen erlauben. Das ist vor allem im Hinblick auf die Bewertung der Dignität der Veränderungen interessant.

5 Einteilung

Man unterscheidet anhand ihrer hormonellen Aktivität drei verschiedene Formen von Schilddrüsenknoten:

  • Kalter Knoten
  • Warmer Knoten
  • Heißer Knoten

5.1 Kalter Knoten

Unter einem kalten Knoten der Schilddrüse wird ein Knoten verstanden, der im Szintigramm eine nicht vorhandene oder sehr geringe Aufnahme der jodhaltigen Tracersubstanz zeigt.

Als Ursachen für die kalten Knoten kommen Zysten, regressive Veränderungen des Gewebes (z.B. Fibrosierungen, Verkalkungen) und Blutungen in Frage. Wichtig ist die weitere diagnostische Abklärung, da sich hinter kalten Knoten ein Schilddrüsenkarzinom verbergen kann.

5.2 Warmer Knoten

Warme Knoten unterscheiden sich in Szintigraphie nicht oder nur sehr wenig vom umliegenden Gewebe. Ihre hormonelle Aktivität entspricht ungefähr der des normalen Schilddrüsengewebes. Um warme Knoten zu demaskieren, wird eine Szintigraphie unter TSH-Suppression durchgeführt. Hinter warmen Knoten verbirgt sich in der Regel ein kompensiertes Schilddrüsenadenom.

5.3 Heißer Knoten

Heiße Knoten imponieren in der Szintigraphie durch einen ausgeprägten stoffwechsel- und hormonaktiven Bereich, der aus dem normalen Schilddrüsengewebe "heraussticht", da hier radioaktives Jod angereichert wird.

Für die Bildung eines heißen Knotens kommen unterschiedliche Ursachen in Frage, wie zum Beispiel ein dekompensiertes Schilddrüsenadenom, das in der Regel sehr stoffwechselaktiv ist und eine Überproduktion der Schilddrüsenhormone (T3, T4) zur Folge hat.

6 Komplikationen

Ein fortschreitendes, ungebremstes Wachstum von Schilddrüsenknoten kann Komplikationen auslösen. Neben den hormonellen Problemen durch die Überproduktion von Schilddrüsenhormonen (im Falle eines autonomen Adenoms) kann es durch die vergrößerte Schilddrüse zu einer Verengung der Trachea kommen. Eine polyzystische Schilddrüsenerkrankung kann zur Entwicklung einer Hypothyreose führen.

7 Therapie

Die Therapie ist abhängig von der genauen Ursache des Schilddrüsenknotens, basiert aber häufig auf der chirurgischen Entfernung der Veränderung.

Fachgebiete: Pathologie

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