Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Wachstumsfaktor BDNF

Englisch: Brain-derived neurotrophic factor

1 Definition

Der Wachstumsfaktor BDNF ist ein Protein, welches zur Gruppe der Neurotrophine gehört und eine sehr enge Verwandtschaft zu den Nervenwachstumsfaktoren aufweist. Die Abkürzung BDNF kommt von der englischen Bezeichnung dieses Proteins: Brain-derived neurotrophic factor. BDNF findet sich in allen Wirbeltierarten. Kommt es im menschlichen BDNF-Gen zu einer Mutation, so kann dies eine Ursache für die Ausprägung vom Undine-Syndrom sein. Ferner besteht ein Zusammenhang zwischen Mutationen im Gen für den Wachstumsfaktor BDNF und der Entstehung vom WAGR-Syndrom. Dadurch wiederum steigt das Risiko für die Entwicklung einer Bulimia nervosa Typ 2.

2 Vorkommen

Der Wachstumsfaktor BDNF kommt zum einen im Gehirn vor. Zum Anderen findet sich BDNF auch in zahlreichen anderen Zelltypen des Organismus, sowie in sehr unterschiedlichen Geweben wie der Netzhaut, der Prostata, den Nieren sowie im menschlichen Speichel.

3 Wirkung

Das Protein BDNF wirkt im menschlichen Organismus auf eine Vielzahl von verschiedenen Neuronen sowohl im peripheren Nervensystem, als auch im zentralen Nervensystem. Eine besonders wichtige Aufgabe des Wachstumsfaktors BDNF ist der Schutz von bereits existierenden Neuronen und Synapsen. Ferner stimuliert BDNF das Wachstum und die Weiterentwicklung neuer Nervenzellen, neuronalen Bahnen und Synapsen. Im Gehirn findet sich dieser Wachstumsfaktor insbesondere im Bereich von Vorderhirn, Hippocampus und Großhirnrinde. Alle diese Areale des Gehirns sind zuständig für abstraktes Denken, logische Gedankengänge, organisatorisches Denken und Gedächtnisleistungen. Dabei spielt BDNF eine entscheidende Rolle für die Funktion vom Langzeitgedächtnis. Bei Denkprozessen, die sich ins Langzeitgedächtnis einprägen, kommt es zur Ausbildung neuer neuronaler Bahnen, sowie zu einem Anstieg der Dichte an synaptischen Verbindungen. Für diese Prozesse ist BDNF der maßgebende Wachstumsfaktor (neben einigen anderen Nervenwachstumsfaktoren). Insgesamt gilt BDNF als eines der biologisch aktivsten Neurotrophine und steuert bzw. stimuliert mehr als andere vergleichbare Wachstumsfaktoren den Vorgang der Nervenentwicklung beim Erwachsenen (adulte Neurogenese). In Tierversuchen mit Mäusen fand man heraus, dass jene Exemplare bereits früh verstarben, die über kein BDNF verfügten. Bevor die Tiere starben, waren bereits deutliche Entwicklungsdefizite im Gehirn und dem Sensorium zu beobachten.

4 Pathologie

Eine Entgleisung des Spiegels an Wachstumsfaktoren von Typ BDNF – also ein Mangel oder ein Überschuss – kann zu einer ganzen Reihe von Erkrankungen führen. Die häufigsten Krankheitsbilder sind dabei:

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

15.376 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: