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Emetikum

(Weitergeleitet von Vomitivum)

Plural: Emetika
Synonyme: Vomitivum, Brechmittel
Englisch: emetic

1 Definition

Ein Emetikum ist ein Medikament, das zum induzierten Erbrechen führt. Es wird zur primären Giftelimination nach Verschlucken einer potentiell toxischen Substanz appliziert.

2 Emetika

Die Induktion von Erbrechen mittels mechanischer Reizung der Rachenwand oder durch orales Verabreichen von Salzwasser ist heute ebenfalls obsolet.

3 Kontraindikation

Sollte eine Vergiftung mit flüchtigen Kohlenwasserstoffen oder mit ätzenden Substanzen vermutet werden, könnte ein induziertes Erbrechen dem Patienten mehr schaden, als nutzen. Daher sollte bei einem solchen Verdacht von der Nutzung von Emetika abgesehen werden.

Bei Störungen der Vigilanz ist auf Grund der erhöhten Aspirationsgefahr ebenfalls auf das bewusste Herbeiführen des Erbrechens zu verzichten.

4 Weitere Indikationen

Emetika können auch zur beschleunigten Exkorporation von verschluckten Drogenpäckchen in der strafrechtlichen Verfolgung genutzt werden. Die Applikation unter Zwang mittels einer Magensonde ist in Europa verboten. Auch ohne Anwendung von Zwangsmaßnahmen ist die Verwendung von Emetika hier jedoch ethisch kritisch zu betrachten, zumal es in Folge von Komplikationen schon zu Todesfällen gekommen ist.

Von Personen die an einer Essstörung leiden, werden Emetika missbräuchlich zur Gewichtsreduktion eingesetzt.

5 Risiken

Neben dem beträchtlichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust, sowie der enormen Beeinträchtigung des Säure-Base-Haushaltes, führt die Verwendung von Emetika noch weitere Risiken mit sich. So kann es unter Nutzung des Ipecacuanha-Sirups durch den anhaltenden, starken Brechreiz zum Mallory-Weiss-Syndrom oder gar zum Boerhaave-Syndrom kommen. Zudem wirken die Inhaltsstoffe, Emetin und Cephalin, des Brechwurz-Extraktes kardiotoxisch.

Fachgebiete: Arzneimittel

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