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Mallory-Weiss-Syndrom

nach dem amerikanischen Pathologen George Kenneth Mallory (1900-1986) und dem ungarisch-stämmigen Arzt Soma Weiss (1898-1942)
Synonym: Mallory-Weiss-Läsion
Englisch: Mallory-Weiss lesion

1 Definition

Als Mallory-Weiss-Syndrom werden longitudinale Schleimhauteinrisse im Grenzgebiet zwischen Magen und Ösophagus bezeichnet. Der Beginn der Schleimhauteinrisse ist dabei definitionsgemäß im Magen.

2 Ätiologie

Das Mallory-Weiss-Syndrom tritt gehäuft bei Alkoholikern mit vorgeschädigter Schleimhaut und im Rahmen einer chronischen Refluxösophagitis auf. Die Auslösesituation umfasst insbesondere den Zeitraum nach einem Alkoholexzess mit Erbrechen und damit verbundener Druckerhöhung im Magen und Ösophagus.

3 Klinik

Betroffene Patienten berichten über Blut im Erbrochenen (Hämatemesis) und Schmerzen im Epigastrium. In der Anamnese lässt sich häufig eine zeitlich nah vorangehende typische Auslösesituation eruieren.

Komplizierend kann es beim Mallory-Weiss-Syndrom zu massiven Blutungen aus den Schleimhauteinrissen kommen, insbesondere bei Arrosion von arteriellen Gefäßen.

4 Diagnostik

Die Diagnose kann durch eine Ösophagogastroduodenoskopie gesichert werden, welche auch eine direkte therapeutische Intervention ermöglicht.

5 Therapie

Die Therapie des Mallory-Weiss-Syndroms kann in der Regel endoskopisch durchgeführt werden. Dabei werden Blutungen sorgfältig und unter wiederholter Spülung und Sichtkontrolle gestillt. Die Blutstillung erfolgt hierbei entweder mit Clips oder Fibrinkleber.

Nur selten ist ein chirurgisches Vorgehen unumgänglich. Dabei werden größere Blutungen überstochen oder es erfolgt eine befundadaptierte Resektion von Anteilen des Magens.

Zur Überbrückung zwischen endoskopischem und operativen Eingriff kann eine Ballonsonde eingelegt werden. Dies sollte nur kurzfristig erfolgen, da Durchblutungsstörungen zu Drucknekrosen führen können.

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