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Trypanosoma brucei evansi

nach dem britischen Veterinäroffizier G. H. Evans (1835 bis 1935), Entdecker der Surra in Indien (1880)
Synonym: T. brucei evansi
Englisch: surra

1 Definition

Trypanosoma brucei evansi ist ein Parasit der Gattung Trypanosoma und Erreger der Surra.

2 Erreger

Trypanosoma brucei evansi verursacht die Surra - eine Parasitose einiger Säugetierarten (Equidae, Camelidae, Carnivora, u.a.) in Afrika und Eurasien. Der Parasit wird durch Tabanidae (Bremsen) und andere hämatophage Brachycera (Fliegen) azyklisch-alimentär übertragen.

Fleischfresser infizieren sich hauptsächlich durch direkten Kontakt mit kontaminierten Blut oder Fleisch bei der Nahrungsaufnahme. Dabei penetrieren die Trypanosomen die Mundschleimhaut und gelangen so in den Körper.

3 Vorkommen

Trypanosoma brucei evansi kommt in Afrika, nördlich des Tsetse-Gürtels vor. Zusätzlich findet man den Erreger innerhalb dieser Zone in ariden Gebieten des Sudan und im Norden von Kenia. In Eurasien tritt Trypanosoma brucei evansi von der Wolga bis Zentralasien, auf dem indischen Subkontinent, in Südostasien und Südchina auf.

4 Erkrankung

Neben Haussäugetieren sind auch noch einige Wildsäugetiere für Trypanosoma brucei evansi empfänglich. Pferde und Kamele erkranken hochgradig - Hunde und Katzen ebenso - dagegen erkranken Rinder, Wasserbüffel und Elefanten gering- oder mittelgradig. Andere Säugetierarten fungieren hauptsächlich als Reservoirwirte.

Das durch die Trypanosomen ausgelöste Krankheitsbild ist tierartlich unterschiedlich und ähnelt sehr dem der Nagana. Kamele leiden oftmals an der akuten oder chronischen Form, die mit Fieber, Anämie, Ödemen und Abmagerung einhergeht.

5 Diagnose

Ein mikroskopischer Nachweis der Trypanosomen im Blut oder Lymphknotenpunktat ist ohne Anreicherungsverfahren bei chronischen Infektionen wenig zuverlässig. Im Gegensatz dazu erwiesen sich molekularbiologische Nachweismethoden (PCR) als sehr sensitiv. Mithilfe der PCR kann auch eine Identifikation der morphologisch nicht unterscheidbaren Unterarten getroffen werden.

6 Therapie

Eine Infektion mit Trypanosoma brucei evansi kann mittels Chemotherapie (Suramin, Quinapyramin, Melarsamin) behandelt werden.

7 Bekämpfung

Als wirksamste Prophylaxe gilt die Meidung endemischer Gebiete und der Schutz vor Fliegen sowie Überwachung des Tierverkehrs und die Konfiszierung kontaminierter Tierkörper.

8 Zoonose

In Indien wurde im Jahre 2005 zu ersten Mal eine Trypanosoma brucei evansi-Infektion beim Menschen festgestellt, deren Bedeutung bislang noch unklar ist.

9 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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