Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

Unser Tipp: Genießt die Zeit mit der Familie! Wir wünschen euch fröhliche Feiertage!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Toxic Shock Syndrome

(Weitergeleitet von Toxisches Schocksyndrom)

Synonyme: toxisches Schocksyndrom, Syndrom des toxischen Schocks
Abkürzung: TSS

1 Definition

Das Toxic Shock Syndrome, kurz TSS, ist eine Multiorganerkrankung mit den obligaten Leitsymptomen Fieber, Hypotonie und Exanthem in der akuten Phase und Desquamation in der Rekonvaleszenz. Dieses Syndrom wurde 1978 erstmals von Todd und Mitarbeitern als Entität beschrieben.

Ein ähnliches, jedoch nicht identisches Krankheitsbild ist das Toxic-Shock-Like Syndrome (TSLS).

2 Ätiologie

Verursacher des toxischen Schocksyndroms ist ein Toxin bildender Staphylococcus aureus-Stamm, der gehäuft der Phagengruppe 1, Phagentyp 29/52, zuzuordnen ist. Das gebildete Exotoxin wird als Toxic-shock-syndrome-Toxin 1 (TSST-1) bezeichnet und löst in experimentellen Tierversuchen Fieber und Hypotonie aus. Es wird allerdings nur von ca. 1% der Staphylococcus aureus-Stämme produziert. Das Toxin wirkt als "Superantigen" – es stimuliert Lymphozyten zur Produktion von Zytokinen, was dann letztendlich die Schocksymptomatik auslöst.

Betroffen sind in 80-90% der Fälle junge Frauen und Mädchen während ihrer Menstruation. Als Auslöser des TSS wurden extrem saugfähige Tampons verantwortlich gemacht (daher wird TSS auch als "Tamponkrankheit" bezeichnet), die aufgrund ihrer hohen Saugfähigkeit lange in der Vagina verbleiben. Da diese Tampons jedoch eine starke Bindung von Magnesiumionen verursachen, können im magnesiumarmen Scheidenmilieu ansässige Staphylococcus aureus-Stämme vermehrt Exotoxine bilden. Ein entsprechender Hinweis ist auch heute noch auf Tampon-Packungen zu finden.

Jedoch können auch Männer von TSS betroffen sein, oft durch Staphylococcus aureus-kolonisierte Wunden.

3 Symptomatik

Die Erkrankung beginnt akut aus voller Gesundheit heraus - typischerweise am Ende der Menstruation - und erzeugt ein schweres Krankheitsgefühl. Typisch sind:

3.1 Allgemeinsymptome

3.2 Gynäkologische Symptome

3.3 Hautsymptome

An der Haut entwickelt sich nach 12 bis 48h ein diffuses feinfleckiges, scarlatiniformes Exanthem, bevorzugt an den Palmar- und Plantarflächen, sowie am Schultergürtel. Der Kopf ist meist nicht betroffen - hier kann sich jedoch ein ödematöses Gesichtserythem mit perioraler Blässe und eine Konjunktivitis ausbilden. Sobald die akute Schockphase überwunden ist, kommt es nach 12 Tagen zu einer groblamellären Abschuppung der Haut (palmoplantare Desquamation), nach weiteren 2 Monaten kann ein Verlust der Haare und Nägel auftreten.

Im Verlauf der Erkrankung kann sich eine Leber- und Niereninsuffizienz, sowie eine mehr oder weniger starke Schocksymptomatik entwickeln.

4 Diagnostik

Die Symptomtrias bestehend aus Hypotonie, Temperatur über 39°C und Exanthem ist diagnostisch wegweisend. Der kulturelle Nachweis von TSST-1-bildenden Staphylokokken kann über einen Abstrich aus Vagina oder anderen Schleimhäuten geführt werden. Auch der serologische Nachweis von TSST-1-Antikörpern ist möglich.

4.1 Labor

5 Therapie

Die Behandlung umfasst die Beseitigung der Infektionsursache, sowie die symptomatische Behandlung des Schocks, d.h. Volumensubstitution, Sauerstoffzufuhr, ggf. Beatmung, Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts, medikamentöse Therapie mittels vasoaktiver Pharmaka, sowie die Gabe von Analgetika) und Sedativa.

Zur Behandlung der Staphylococcus aureus-Infektion werden i.v. penicillinaseresistente Antibiotika angewendet (z.B. Clindamycin, Cephalosporine). Um Resistenzen auszuschließen, empfiehlt sich das Anlegen eines Antibiogramms, wonach dann wirksame Antibiotika ausgewählt werden können.

6 Prognose

In den ersten drei Wochen kann die Krankheit zum Tod führen. Eine intensivmedizinische Behandlung kann lebensrettend sein. Die Letalität insgesamt beträgt 3-5%.

Tags: ,

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

35 Wertungen (4 ø)

106.547 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: