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Unterhautfettgewebe

(Weitergeleitet von Subkutanes Fettgewebe)

von lateinisch: panniculus - kleiner Lappen, adiposus - fettreich
Synonyme: Panniculus adiposus, subkutanes Fettgewebe
Englisch: panniculus adiposus, adipose pannicle

1 Definition

Als Unterhautfettgewebe bezeichnet man den in der Subkutis befindlichen Mantel aus Fettgewebe, der die meisten Partien des Körpers bedeckt.

2 Anatomie

Das Unterhautfettgewebe ist trotz seines amorphen Aspekts keine unstrukturierte Gewebeschicht, sondern wird histologisch durch Septen systematisch in kleine Läppchen und Lappen unterteilt. Diese Lappen sind Zellverbände aus Adipozyten und lockerem Bindegewebe mit Kollagenfasern und retikulären Fasern. Sie werden durch eigene Blutgefäße und Nervenfasern versorgt.

Die Dicke der Fettschicht ist regional sehr unterschiedlich. Sie kann mehrere Zentimeter dick werden, z.B. im Bereich des Gesäßes oder der weiblichen Brust. Dabei gibt es bei Männern und Frauen charakteristische Fettverteilungsmuster.

3 Funktion

Das Unterhautfettgewebe dient als Energiespeicher und ist für die Wärmeisolation des Körpers von Bedeutung. Darüber hinaus verbessert es als Baufett die Druckverteilung im Gewebe und gleicht Inkongruenzen des muskulären Oberflächenreliefs des menschlichen Körpers aus. Durch diese "Auspolsterung" werden die Körperkonturen insgesamt geglättet.

Da die Adipozyten des Unterhautfettgewebes zahlreiche Signalmoleküle (Adipokine) produzieren, hat es auch endokrine Funktionen.

4 Pathologie

Auf Traumen, z.B. durch Entzündungen oder Verletzungen, reagiert die Subkutis mit einer Nekrose der betroffenen Fettzellen. Dadurch werden Fettsäuren freigesetzt, die wiederum einen Entzündungsreiz darstellen. Pathologisch entsteht dann eine Lipogranulomatose und eine Sklerosierung des Gewebes, die sich klinisch als Pannikulitis äußert.

5 Pharmakologie

Das Unterhautfettgewebe spielt eine wichtige Rolle für die Applikation von Medikamenten, die parenteral verabreicht werden müssen. Durch die relativ geringe Durchblutung des Gewebes werden Arzneistoffe, die subkutan (s.c.) appliziert werden, langsamer angeflutet, als bei intramuskulärer oder intravenöser Gabe. Diesen Effekt macht man sich z.B. bei der Injektion von Insulin zu Nutze.

Das subkutane Fettgewebe ist aus pharmakokinetischer Sicht auch ein wichtiger Verteilungsraum. Fettlösliche Arzneistoffe werden zunächst im Unterhautfettgewebe gelöst und später im Sinne einer Rückverteilung wieder abgegeben.

Diese Seite wurde zuletzt am 3. Juli 2020 um 15:11 Uhr bearbeitet.

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