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Skrotale Urethrostomie (Hund)

Englisch: scrotal urethrostomy

1 Definition

Als skrotale Urethrostomie bezeichnet man eine Methode der Urethrostomie beim Hund, bei der ein künstlicher Harnröhrenausgang im Bereich des Skrotums geschaffen wird.

2 Indikation

Urethrostomien werden v.a. bei therapieresistenten und rezidivierenden obstruktiven Harnsteinen (Urethralithiasis) eingesetzt. Die skrotale Urethrostomie ist immer dann einer perinealen oder präpubischen Urethrostomie zu bevorzugen, wenn gleichzeitig auch eine Kastration durchgeführt werden soll. Gleichzeitig ist die skrotale Methode einfacher durchzuführen, da die Urethra an dieser Stelle weiter ist, oberflächlicher liegt und zusätzlich von weniger kavernösem Gewebe umgeben ist als präskrotal sowie perineal.

Aus diesem Grund kommt es bei skrotalen Urethrostomien deutlich weniger zu intraoperativen Blutungen sowie postoperativen Strikturen.

3 Durchführung

Der Hund ist unter Allgemeinanästhesie aseptisch vorzubereiten und in Rückenlage auf dem Operationstische zu lagern.

Nicht-kastrierte Rüden werden zuerst kastriert, wobei das Skrotum vollständig exzidiert wird. Bei bereits kastrierten Hunden kann sofort eine Ablation des Skrotums durchgeführt werden. Anschließend ist ein steriler Blasenkatheter in die Urethra bis auf Höhe des Ischiasbogen oder darüber hinaus vorzuschieben. Den Blasenkatheter kann man im skrotalen Bereich durch die Haut hindurch palpieren. Danach wird eine Inzision median über dem Blasenkatheter durch die Haut und das subkutane Gewebe geführt. Nachdem stumpf in die Tiefe präpariert wurde, kann der Musculus retractor penis mobilisiert und zur Seite verlagert werden, sodass die Urethra dargestellt wird. Mit einer 15er-Skalpellklinge wird dann über dem Blasenkatheter ein etwa 3 bis 4 cm langer Schnitt in das Lumen der Urethra gesetzt.

Abschließend wird das periurethrale und das subkutane Gewebe mit einer einfachen oder auch fortlaufenden Naht und mit einem resorbierbaren Nahtmaterial vernäht. Die urethrale Mukosa kann dann mit Einzelheften (resorbierbares Nahtmaterial der Stärke 3-0 bis 5-0) so an die Haut genäht werden, dass der eröffnete Urethrabschnitt schlüssig an die Hautoberfläche stößt. Die Naht sollte stets am kaudalen Ende der Harnröhrenöffnung begonnen und dann nach kranial vernäht werden, um einen adaptierenden Wundverschluss zu erhalten. Zum Schluss wird der Hautschnitt an beiden Enden mit Einzelheften verschlossen und der Blasenkatheter wieder entfernt.

4 Komplikationen

Die skrotale Urethrostomie ist grundsätzlich komplikationsarm, jedoch können immer intra- und postoperativ Komplikationen auftreten, u.a.:

5 Literatur

  • Fossum TW. 2007. Chirurgie der Kleintiere. 2. Auflage. München: Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag. ISBN: 978-3-437-57091-9

Diese Seite wurde zuletzt am 16. April 2021 um 05:55 Uhr bearbeitet.

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