(Weitergeleitet von Seborrhoische Warze)
Synonyme: Verruca seborrhoica senilis, Alterswarze, seborrhoische Warze, senile Warze, Basalzellpapillom
Englisch: seborrheic keratosis
Unter der seborrhoischen Keratose bzw. dem Basalzellpapillom versteht man eine häufig in höherem Lebensalter auftretende, hellbraune bis schwarze, breitbasige, epidermale Akanthose.
Das Adjektiv "seborrhoisch" ist insoweit irreführend, als dass die Erkrankung keinen Zusammenhang mit einer Störung der Talgdrüsen bzw. der Talgbildung aufweist. Es bezieht sich vielmehr auf den fettigen bis speckigen Aspekt der Hautveränderungen.
Seborrhoische Keratosen treten sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf. Mit zunehmendem Lebensalter sind fast alle Menschen betroffen.
Die seborrhoische Keratose ist ein benigner Hauttumor, dessen genaue Ursache zur Zeit (2021) noch unklar ist. In den Läsionen findet sich eine erhöhte Expression des Amyloid-Precursor-Proteins (APP), das auf eine chronische Inflammation und Alterungsprozesse der Haut hinweist. Dem Protein wird ein Einfluss auf die Induktion der Proliferation von epidermalen Keratinozyten zugeschrieben.[1] In mehr als der Hälfte der Fälle lässt sich eine Mutation des Fibroblasten-Wachstumsfaktors FGFR3 nachweisen.[2] Höheres Lebensalter und UV-Exposition sind Risikofaktoren.[3][4] Ein Zusammenhang mit humanen Papillomviren (HPV) konnte noch nicht bestätigt werden.[3]
Seborrhoische Keratosen präsentieren sich in der Regel als gut abgegrenzte bräunliche Plaques mit verruköser Oberfläche. Charakteristisch ist eine papillomatöse Proliferation des Epithels. Die drei wichtigsten histologischen Subtypen sind akanthotische, hyperkeratotische und adenoide Formen. Die Pigmentierung der Läsionen ist wechselnd, es kann eine deutliche melanozytäre Hyperpigmentierung bestehen.
Man findet die Alterswarze auf der normalen Haut von Gesicht, Oberkörper, Armen und an den Handrücken. In der Regel bereiten die in großer morphologischer Variation auftretenden seborrhoischen Keratosen keine Beschwerden.
Die einzelne seborrhoische Keratose kann bis fingernagelgroß sein, ist scharf begrenzt, weich und hat eine matte hellbraune bis schwarze Farbe. Die Hautveränderungen wachsen meist exophytisch, seltener endophytisch. Ihre Oberfläche ist zunächst gefeldert, später zerklüftet, wobei sich in den Falten Hornmasse ansammeln kann. Eine mechanische Irritation kann zu Blutungen sowie zur Infektion führen. Die Gefahr einer malignen Entartung besteht jedoch nicht.
Tritt eine seborrhoische Keratose als paraneoplastisches Syndrom auf, wird sie auch als Leser-Trélat-Syndrom bezeichnet.
Die Diagnose wird in der Regel anhand des Alters des Patienten, der Klinik, der Lokalisation und dem Verlauf der Hautveränderung gestellt. Nach Exzision oder Biopsie kann sie pathohistologisch bestätigt werden.
Eine Therapie ist in der Regel nur dann erforderlich, wenn die Hautwucherung kosmetisch stört oder ständiger mechanischer Irritation ausgesetzt ist.
Die seborroische Keratose kann in Lokalanästhesie mit dem scharfen Löffel (Kürettage) oder der elektrischen Schlinge ((Kauterisation) abgetragen werden. Alternativ lassen sich die Läsionen kryochirurgisch oder durch Laser entfernen. Methoden ohne Möglichkeit der anschließenden pathohistologischen Untersuchung sollten nur gewählt werden, wenn die klinische Diagnose eindeutig ist.
Fachgebiete: Dermatologie
Diese Seite wurde zuletzt am 9. Juli 2021 um 11:36 Uhr bearbeitet.
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