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Schädelform

Englisch: cranial shape

1 Definition

Die Schädelform beschreibt den äußeren Aspekt des Schädels. Sie wird u.a. in der Anatomie und Anthropologie beschrieben und anhand einer Reihe von Messpunkten, Linien und Winkeln objektiviert. Sie dienen einerseits dem Vergleich verschiedener gesunder Schädelformen, andererseits ermöglichen sie, pathologische Veränderungen festzustellen.

2 Hintergrund

Es besteht grundsätzlich eine Wechselwirkung zwischen Gehirn- und Schädelwachstum. Kommt es in der frühen Kindheit - während der Verformbarkeitsphase des Schädels - zu einer Vergrößerung des Schädelinhaltes, so resultiert zugleich eine starke Vergrößerung des knöchernen Schädels. Eine krankhafte Vergrößerung des Gehirns ist meist auf eine Vergrößerung der Liquorräume zurückzuführen, bzw. auf eine übermäßig hohe Produktion von Liquor cerebrospinalis.

3 Messpunkte

Zu den wichtigsten Messpunkten zählen:

4 Indizes

Aufgrund der Distanzen zwischen den o.a. Messpunkten wurden verschiedene Indizes aufgestellt, z.B.:

4.1 Längen-Breiten-Index des Gehirnschädels

(größte Schädelbreite · 100) ÷ größte Schädellänge (Glabella-Opisthokranion)

Langschädel, Dolichozephalus = Index (I) unter 75
Mittelschädel, Mesozephalus = I. 75-80
Kurzschädel, Brachyzephalus = I. über 80

4.2 Längen-Höhen-Index des Gehirnschädels

(Basion - Bregmahöhe · 100) ÷ größte Schädellänge

niedrigköpfig, platyzephal = I. unter 70
mittelköpfig, orthozephal = I. 70-75
hochköpfig, hypsizephal = I. über 75

4.3 Gesichtsindex

(Gesichtshöhe · 100) ÷ Jochbogenbreite

Gesichtshöhe = geradlinige Entfernung vom Nasion zum Gnathion
breitgesichtig, euryprosop = I. unter 85
mittelgesichtig, mesoprosop = I. 85-90
schmalgesichtig, leptoprosop = I. über 90

5 Klinik

Ist der Gehirnschädel gegenüber einem normalen Gesichtsschädel mächtig ausgeprägt, so spricht man von einem Makrozephalus oder Hydrozephalus. In diesem Fall sind die Knochen vergleichsweise dünn. Hinzu kommt ein später Verschluss der Fontanellen und die Tubera frontalia bzw. parietalia) können besonders kräftig ausgebildet sein. Betrachtet man den Schädel von vorne, so erkennt man die flachen und kleine Orbitae.

Findet eine vorzeitige Nahtverknöcherung statt, so führt dies zu einem Mikrozephalus. Grund für eine frühzeitige Nahtverknöcherung kann beispielsweise ein geringes Gehirnwachstum sein. Hier findet man tiefe Orbitae und kräftige Jochbögen vor. Zu den weiteren Missbildungen zählen der Kahnschädel (Skaphozephalus), der durch eine vorzeitige Synostosierung der Sagittalnaht charakterisiert ist und der Turmschädel (Oxyzephalus). Hier verknöchert vorzeitig die Kranznaht.

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