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Rektumprolaps

1 Definition

Der Rektumprolaps ist ein Vorfall aller Schichten des Rektums vor die Sphinkterebene.

2 Epidemiologie

Der Rektumprolaps tritt vor allem bei Frauen auf, die älter als 50. Jahre alt sind und mehrere Spontangeburten in der Anamnese angeben.

3 Ätiopathogenese

Prädisponierend für einen Rektumprolaps sind Spontangeburten, chronische Diarrhoe bei Kindern sowie eine chronische Obstipation durch ein Sigma elongatum, ein Colon elongatum oder durch ein Kolonkarzinom, welche durch die verlängerte Passagezeit im Darm zu einer vermehrten Eindickung des Stuhls führen. Die genannten Risikofaktoren können zu einer Insuffizienz des Rektumhalteapparats sowie des Beckenbodens und damit zu einem Herabsinken des Darms führen.

Zu Anfang kommt es zu einer Invagination der Schleimhaut des oberen Rektumanteils in die Rektumampulle, was auch als innerer Prolaps bezeichnet wird. Der innere Prolaps führt durch das Aneinanderreiben der Schleimhäute zu Blutungen. Im Laufe der Zeit stülpen sich dann alle Wandschichten durch den Analkanal, es entsteht ein äußerer Prolaps.

4 Klinik

Die Patienten berichten in der Anamnese von dem Prolaps im Rahmen der Defäkation sowie über Blut im Stuhl. Die außerhalb der Sphinkterebene liegende Schleimhaut führt zu Inkontinenz, Nässen und Juckreiz.

5 Komplikationen

Inkarzerationen und Nekrosen stellen mögliche Komplikationen dar.

6 Diagnostik

Beim Pressversuch zeigt sich der Prolaps von Schleimhaut mit zirkulärer Fältelung, der zur Diagnose des Rektumprolaps führt.

Um ein Karzinom oder ein Colon elongatum als Ursache auszuschließend, sollten eine Proktoskopie, eine Rektoskopie, eine Koloskopie sowie ein Kolon-Kontrasteinlauf durchgeführt werden.

Im Rahmen der Defäkographie kann das Absinken des Beckenbodens nachgewiesen und die Kontinenzleistung überprüft werden.

7 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte an einen Analprolaps gedacht werden, der jedoch im Gegensatz zum Rektumprolaps beim Pressversuch durch eine radiäre Fältelung imponiert.

8 Therapie

Die Auswahl der Therapie hängt von der Ursache, dem Ausmaß der Insuffizienz der Beckenbodenmuskulatur und dem Ausmaß des Prolaps ab. Ein kleiner innerer Prolaps wird zunächst mit Gummibandligaturen behandelt. Sollte die konservative Therapie nicht erfolgreich sein, ist eine Operation angezeigt.

Bei einem ausgeprägten äußeren Prolaps ist die operative Therapie indiziert. Dabei wird eine offene oder laparoskopische Resektion des Rektosigmoids mit Rektopexie durchgeführt. Die Operation führt zu einer Raffung und Wiederaufrichtung des Rektums. Wenn eine ausgeprägte Insuffizienz der Beckenbodenmuskulatur vorliegt, sollte diese ebenfalls gerafft werden.

Ist ein Teil des Rektums bereits inkarzeriert, muss der betroffene Anteil reseziert werden.

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