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Inkarzeration

Englisch: incarceration

1 Definition

Als Inkarzeration wird die Einklemmung des Bruchsackinhaltes bei einer Hernie bezeichnet. Sie stellt die wichtigste Komplikation einer Hernie dar.

2 Formen

Eine Inkarzeration kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Dabei unterscheiden sich unter Umständen die pathophysiologischen Konsequenzen.

2.1 Netzeinklemmung

Bei der Netzeinklemmung wird ein Teil des Omentum majus in der Bruchpforte eingeklemmt. Wird die Inkarzeration nicht aufgehoben, kommt es zu einer Nekrose des betroffenen Abschnittes mit peritonealer Reizung und Ausbildung eines paralytischen Ileus. Häufig besteht klinisch nur ein Druckschmerz.

2.2 Elastische Einklemmung

Die elastische Einklemmung entspricht einer trotz abdomineller Entspannung nicht reponierbaren Hernie. Der inkarzerierte Darm verbleibt auch bei intensiven Bemühungen um Reposition nicht in der Bauchhöhle.

2.3 Koteinklemmung

Die Koteinklemmung entsteht, wenn eine gefüllte Darmschlinge im Bruchsack unter Gasbildung ihr Volumen erweitert, es handelt sich also um eine sekundäre Inkarzeration einer zuvor reponierbaren bzw. spannungslos im Bruchsack liegenden Darmschlinge.

2.4 Retrograde Einklemmung

Bei der retrograden Einklemmung inkarzeriert nicht der im Bruchsack befindliche Darmanteil, sondern hinten liegende, mehrfach geknickte und komprimierte Darmschlingen.

2.5 Darmwandinkarzeration

Die Darmwandinkarzeration ist durch eine fehlende Einklemmung des Mesenteriums gekennzeichnet. Lediglich ein Anteil der Darmwand wird eingeklemmt. Dadurch ist die Passage des Darminhalts weiterhin möglich, obwohl ein Teil der Darmwand der Ischämie unterliegt.

3 Pathophysiologie

Bei einer Einklemmung läuft eine pathophysiologische Kaskade ab. Zunächst wird der venöse Abfluss der betroffenen Darmanteile unterbunden und es bildet sich ein Ödem aus. Dieses führt zu einer zunehmenden, schliesslich totalen Verlegung der arteriellen Durchblutung. Folge ist eine Nekrose des betroffenen Darmabschnittes. Zusätzlich kann es bereits vorher je nach Form der Inkarzeration zu einem mechanischen oder paralytischen Ileus kommen.

Bei einer Nekrose drohen Perforation und Peritonitis mit der Gefahr einer fulminanten Sepsis.

4 Therapie

Die Inkarzeration stellt eine dringliche Operationsindikation dar. Dabei wird die Hernie operativ versorgt und je nach Ausmaß und Vitalität das inkarzerierte Gewebe reseziert.

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