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Pulswellenanalyse

Englisch: pulse wave analysis

1 Definition

Die Pulswellenanalyse, kurz PWA, ist ein nichtinvasives Untersuchungsverfahren der Angiologie. Sie ermöglicht die Messung der Pulswellengeschwindigkeit (PWG) sowie die Bestimmung des aortalen Blutdruckes und des Augmentationsindex.

2 Hintergrund

Die Pulswellengeschwindigkeit ist ein wichtiger diagnostischer Marker zur Beurteilung der Gefäßelastizität bzw. -steifigkeit und kann als Prädiktor für kardiovaskuläre Ereignisse gesehen werden.[1] Die Gefäßelastizität sinkt allgemein mit dem Alter. Beschleunigt wird dieser Prozess jedoch durch die Risikofaktoren Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes mellitus, Hyperlipidämie und durch erhöhten Salzkonsum.

3 Technik und Durchführung

Das Prinzip der PWA beruht auf dem Aufzeichnen einer Druckkurve von oberflächlich gelegenen Arterien (z.B. Arteria brachialis, Arteria radialis). Durch den räumlichen Abstand der Pulsableitungsorte und die zeitliche Verzögerung kann die PWG berechnet werden. Dabei kann die Pulswellenaufzeichnung simultan erfolgen oder sequenziell durch einen zeitlichen Abgleich mit einem EKG.

Prinzipiell gibt es eine Reihe an technischen Möglichkeiten, um die Pulswelle abzuleiten, z.B. tonometrisch, piezoelektrisch, sonographisch, oszillometrisch oder mittels Magnetresonanztomographie. Die verwendete Technik hängt vom jeweiligen Hersteller ab.[2]

4 Interpretation

Die Messung der PWG wird mittlerweile von verschiedenen Fachgesellschaften zur Risikostratifizierung von Hypertonikern empfohlen. Je nach verwendetem System liegt der Grenzwert für das Vorliegen eines manifesten Endorganschadens bei Messwerten von 10 m/s bzw. 12 m/s. Ab diesen Werten steigt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse deutlich an.

Die PWG kann ebenso in ein biologisches Gefäßalter übertragen werden. Diese Form der Interpretation ist für Patienten meist in besonderer Weise verständlich. Bei Jüngeren dient der Augmentationsindex der frühen Detektion von funktionellen Gefäßveränderungen und ermöglicht den Einsatz frühpräventiver Maßnahmen. Zusätzlich kann die PWA bei jungen Patienten Aufschluss über eine mögliche juvenile isolierte systolische Hypertonie geben, die sich in der Prognose und Therapie von anderen Formen der arteriellen Hypertonie abgrenzt.

5 Literatur

  1. Charalambos Vlachopoulos et al. Prediction of cardiovascular events and all-cause mortality with central haemodynamics: a systematic review and meta-analysis, European Heart Journal, Volume 31, Issue 15, August 2010, Pages 1865–1871
  2. Middeke, Martin. 2017. Pulswellenanalyse. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York

Fachgebiete: Angiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 16. März 2021 um 14:48 Uhr bearbeitet.

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