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Pramipexol

Handelsnamen: Sifrol® u.a.
Englisch: pramipexole

1 Definition

Pramipexol ist ein Dopaminrezeptor-Agonist, der vor allem zur Behandlung der Parkinson-Krankheit in Kombination mit L-Dopa (Levodopa) eingesetzt oder auch als Monotherapeutikum herangezogen wird.

2 Wirkmechanismus

Beim Morbus Parkinson kommt es durch einen bisher nicht ganz nachvollziehbaren Untergang von Dopamin-freisetzenden Nervenzellen in der Substantia nigra zu einem Dopaminmangel. Dopamin ist jedoch für das Ausführen von Bewegungsabläufen unabdingbar. Die betroffenen Neurone, die normalerweise aus der Substantia nigra ins Corpus striatum projizieren würden, führen daher zu der typischen Symptomatik eines Patienten, der sich im späteren Stadium des Morbus Parkinson befindet: Rigor (Muskelstarre), Tremor (Zittern) und Akinesie (Bewegungsstörung) zeichnen diese immer weiter fortschreitende Krankheit aus.

Um den Mangel an Dopamin auszugleichen, kann zusätzlich zur Einnahme von Levodopa (L-Dopa), einer Vorstufe des Neurotransmitters, die im Körper von der Dopamin-Decarboxylase zu Dopamin weiterverarbeitet wird, ein Rezeptor-Agonist eingenommen werden. Pramipexol bindet aufgrund ähnlichen Aufbaus ebenfalls wie Dopamin an die D2/D3-Rezeptoren und wirkt je nach Erkrankungsphase unterschiedlich:

  • in der früheren Phase wird durch die Stimulation (präsynaptisch) die übermäßige Dopaminproduktion gehemmt,
  • in der späteren Phase wird durch die Stimulation (postsynaptisch) die Wirkung des mangelnden Dopamins imitiert.

Die Halbwertzeit von Dopaminagonisten (6-24 h) ist länger als die von Levodopa (1,5 h). Dadurch kommt es zu geringeren Wirkungsschwankungen.

3 Pharmakokinetik

Nach oraler Applikation wird Pramipexol rasch und vollständig resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt über 90%. Maximale Plasmakonzentrationen werden nach 1 bis 3 Stunden erreicht, bei Retardtabletten nach etwa 6 Stunden.

Pramipexol wird nur in geringem Maße metabolisiert. Die Substanz wird zu etwa 90% renal ausgeschieden, weniger als 2% finden sich im Stuhl. Bei Niereninsuffizienz ist eine Dosisanpassung notwendig.

4 Indikationen

5 Darreichungsform

6 Dosierung

Die Dosierung ist indikationsabhängig. Pramipexol ist bereits ab einer sehr geringen Dosis wirksam. Zur Behandlung des Restless-Legs-Syndrom wird es in einer Dosierung von 0,088 mg täglich vor dem Schlafengehen eingesetzt.

Bei Morbus Parkinson beträgt die Initialdosis 0,26 mg pro Tag. Die Tagesdosis kann in wöchentlichen Abständen um 0,52 mg bis zum Erreichen eines maximalen Behandlungserfolges gesteigert werden. Die maximale Tageshöchstdosis beträgt 3,15 mg.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

7 Nebenwirkungen

Pramipexol senkt den Prolaktinspiegel im Blut. Eine Einnahme in höheren Dosen kann bei Männern zu einem Anstieg der Androgene führen. Dieser Effekt ist eine mögliche Erklärung von Verhaltensstörungen, die als Nebenwirkung einer Therapie mit Pramiprexol und auch anderen Dopaminagonisten beschrieben werden. Diese Verhaltensstörungen äußern sich häufig durch Impulskontrollstörungen, vermehrte Aggressivität und Hypersexualität. Aufgrund des möglichen Anstiegs von Androgenen und Wachstumshormonen wird Pramiprexol missbräuchlich in der Bodybuildingszene unter dem Nickname "Prami" als Anabolikum eingesetzt.

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Juli 2021 um 10:22 Uhr bearbeitet.

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