Plexus cavernosus concharum
Synonyme: Nasenschwellkörper, venöser Schwellkörper der Nasenmuscheln, submuköser venöser Gefäßplexus der Conchae nasales
Definition
Der Plexus cavernosus concharum ist ein schwellkörperähnlicher Venenplexus in der Submukosa der Nasenschleimhaut im Bereich der unteren und mittleren Nasenmuschel.
Hintergrund
Das Gefäßgeflecht reguliert durch wechselnde Blutfüllung die Weite der Nasengänge sowie die Befeuchtung und Erwärmung der Atemluft. Diese Funktion ist wesentlicher Bestandteil des nasalen Zyklus, bei dem es zu einem periodischen Wechsel der Schleimhautschwellung zwischen beiden Nasenseiten kommt.
Anatomie
Der Plexus cavernosus concharum liegt in der Schleimhaut der unteren und mittleren Nasenmuscheln (Concha nasalis), direkt unter dem respiratorischen Epithel, besonders ausgeprägt ist er im Bereich der unteren Nasenmuschel.
Histologie
Das Venengeflecht besteht aus weitlumigen, dünnwandigen venösen Gefäßen, die in lockerem Bindegewebe eingebettet sind und zusammen ein schwellkörperartiges Gefäßpolster bilden. Dieses ist von respiratorischem Flimmerepithel mit Becherzellen überzogen und vegetativ innerviert.
Innervation
Die Innervation erfolgt vegetativ über das Ganglion pterygopalatinum. Die parasympathischen Fasern, die als Rami nasales zu den Nasenmuscheln laufen, führen zu einer Vasodilatation der Gefäße, wodurch die Nasenschleimhaut anschwillt und die Schleimsekretion zunimmt. Die sympathischen Fasern bewirken hingegen eine Vasokonstriktion, die mit einer verminderten Sekretion und einem Abschwellen der Schleimhaut einhergeht. Die sympathischen Fasern stammen aus dem Nervus canalis pterygoidei, der wiederum dem Nervus petrosus profundus entspringt. Auf diese Weise wird über die Durchblutung die Weite der Nasengänge reguliert.
Klinik
Der venöse Plexus spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation der Nasenatmung und ist daher an verschiedenen Erkrankungen beteiligt. Bei Allergien oder entzündlichen Prozessen (z.B. Rhinitis vasomotorica) kommt es infolge einer vermehrten Vasodilatation zu einer Schleimhautschwellung und damit zu einer Verengung der Atemwege. Abschwellende Nasensprays wirken dem durch Vasokonstriktion entgegen und erleichtern so die Nasenatmung. Bei längerem oder übermäßigem Gebrauch kann es jedoch zur Entwicklung einer medikamentös bedingten Rhinitis kommen.