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Analabszess

(Weitergeleitet von Perianalabszess)

Synonyme: Perianalabszess, Periproktitis, Paraproktitis, periproktitischer Abszess, PPA

1 Definition

Ein Analabszess oder Perianalabszess ist eine eitrige Entzündung im Gewebe um den Anus.

Analabszesse und Analfisteln sind eine Krankheitsentität, wobei der Abszess die akute, die Fistel die chronische Form darstellt.

2 Ätiologie

Bei Erwachsenen gehen Perianalabszesse von einer bakteriellen Infektion der Analdrüsen aus, die im Grenzbereich von Haut und Analschleimhaut liegen. Bei Kindern können Sie auch im Rahmen einer tief reichenden Windeldermatitis auftreten.

Perianalabszesse kommen gehäuft bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen vor (z.B. Morbus Crohn).

3 Lage

Ein Analabszess kann unter der Haut (subkutan), in der Sphinktermuskulatur oder im Fettgewebe unterhalb des Rektums liegen.

Aufgrund anatomisch vorgeformter Straßen zwischen dem Musculus sphincter ani internus und dem Musculus sphincter ani externus und innerhalb des dreigeteilten Musculus sphincter ani externus zieht der abszedierende Entzündungsherd in etwa 2/3 der Fälle direkt zum Afterrand.

In etwa 1/3 der Fälle breitet er sich langsam tief im Fett der Ischiorektalgrube aus (Ischiorektalabszess). Sehr selten zieht ein Analabszess zwischen Ring- und Längsmuskulatur als hoher intermuskulärer Abszess nach kranial in die Wand des Enddarms hinein. Ebenso selten bleibt er zwischen beiden Schließmuskeln stecken (Intersphinktärabszess).

4 Symptome

Die typischen Symptome eines Perianalabszesses sind

in der Perianalregion. Durch den Schmerz und die Schwellung treten oft Störungen der Defäkation auf.

Wenn sich die Infektion in die Ischiorektalräume ausbreitet, kann die Entzündung maskiert verlaufen und eine Ischialgie vortäuschen.

5 Komplikationen

Perianalabszesse neigen zu Rezidiven. Durch wiederholte Entzündungen und Durchbruch der Entzündung durch die Rektumschleimhaut kann es zur Ausbildung von Perianalfisteln kommen.

6 Diagnose

7 Therapie

Die Behandlung von Analabszessen erfolgt in der Regel chirurgisch, wobei Abszesse unterhalb des Musculus levator ani durch eine lanzettförmige Abszessentdeckelung behandelt werden.

Abszesse oberhalb des Musculus levator ani werden - sofern technisch möglich - einer Drainagebehandlung unterzogen, um Schäden am Kontinenzorgan zu vermeiden. Mitunter ist auch der Einsatz der (Endo-)Sonographie notwendig, um schwierig zu lokalisierende Abszesse erfolgreich zu drainieren.

Die Nachbehandlung erfolgt meist offen ohne Tamponade.

siehe auch: Flexiessay: Analabszess und Analfistel

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