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Pentosanpolysulfat

Synonyme: Pentosanpolysulfat-Natrium
Handelsnamen: Fibrezym®, Pentosanpolysulfat SP54®, Elmiron®, cyst-u-ron®
Englisch: pentosan polysulfate, Sodium pentosan polysulfate

1 Definition

Pentosanpolysulfat ist ein niedermolekulares Antikoagulans, das zur Gruppe der Heparinoide zählt. Es ist ein heparinähnliches Polysaccharid pflanzlicher Herkunft.

2 Wirkmechanismus

Pentosanpolysulfat hemmt selektiv den Gerinnungsfaktor Xa. Es zeigt antikoagulatorische und fibrinolytische Wirkung. Die fibrinolytische Wirkung kommt durch die Freisetzung von t-PA (Tissue Plasminogen Activator) aus den Endothelzellen zu Stande. Außerdem bindet und antagonisiert es verschiedene Fibroblasten-Wachstumsfaktoren.

3 Indikationen

Die antikoagulatorische Wirkung von Pentosanpolysulfat wird für die postoperative Prophylaxe venöser Thrombosen sowie für die systemische Behandlung von Peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen genutzt. Zusätzlich wird es zur unterstützenden topischen Behandlung von Venenentzündungen verwendet.

Darüber hinaus wird Pentosanpolysulfat zur Behandlung der Interstitiellen Zystitis genutzt, wo es die Permeabilität des Urothels vermindert. Durch diese Kontrolle der Zellpermeabilität übt Pentosanpolysulfat eine gewisse Schutzwirkung auf die Zellen aus und verhindert so den Durchtritt von Reizstoffen und damit die Progression der Erkrankung. Der genaue Wirkmechanismus bei dieser Indikationsstellung ist aber derzeit (Stand 2018) noch ungeklärt. Die Wirkung soll auf der Ähnlichkeit von Pentosanpolysulfat mit den körpereigenen Glykosaminoglykanen der Blasenschleimhaut beruhen, wodurch es dort fehlende Schleimstoffe ersetzen und den Durchtritt von Noxen vermindert soll. Dadurch soll sich die Schleimhaut wieder regenerieren, wodurch die Entzündung und die mit ihr verbundenen Symptome gelindert werden.

4 Nebenwirkungen

Im Allgemeinen wird Pentosanpolysulfat relativ gut vertragen. Nebenwirkungen treten verhältnismäßig selten auf. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen:

5 Kontraindikationen

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