Pentagastrin
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LoslegenHandelsnamen: Gastrodiagnost®, Peptavlon®
Englisch: pentagastrin
Definition
Pentagastrin ist ein synthetisches Pentapeptid mit gastrinähnlicher Wirkung. Es wirkt als Agonist am Cholezystokinin-B-(CCK-B)-Rezeptor und wird nahezu ausschließlich als Diagnostikum eingesetzt.
Hintergrund
Pentagastrin stimuliert die Sekretion von:
Darüber hinaus kann es bei Patienten mit neuroendokrinen Tumoren die Freisetzung von Serotonin auslösen und so Symptome eines Karzinoid-Syndroms provozieren.
Chemie
Pentagastrin entspricht dem biologisch aktiven C-terminalen Abschnitt des Gastrins und enthält zusätzlich ein β-Alanin. Es besitzt die Summenformel C₃₇H₄₉N₇O₉S und eine molare Masse von 767,89 g/mol.
Es wird nach IUPAC folgendermaßen bezeichnet: N-(Isobutoxycarbonyl)-β-alanyl-L-tryptophyl-L-methionyl-L-α-aspartyl-L-phenylalaninamid
Wirkmechanismus
Pentagastrin bindet als Agonist an den Gq-gekoppelten Cholezystokinin-B-(CCK-B)-Rezeptor (Gastrinrezeptor). Dadurch wird die Phospholipase C aktiviert und eine intrazelluläre Signalkaskade über Inositol-1,4,5-trisphosphat (IP₃), Diacylglycerol (DAG) und Calcium ausgelöst. Dies führt insbesondere zur Stimulation der Magensäuresekretion durch die Belegzellen sowie zur Freisetzung weiterer Bestandteile des Magensafts.
Pharmakokinetik
Pentagastrin besitzt eine kurze Plasmahalbwertszeit von etwa 10 Minuten und wird rasch metabolisiert.
Anwendungsgebiete
Pentagastrin wird parenteral, in der Regel intravenös oder subkutan, verabreicht. Es besitzt heute vor allem diagnostische Bedeutung. Anwendungsgebiete sind unter anderem:
- Durchführung des Pentagastrin-Tests zur Untersuchung der Magensekretion (heute nur noch selten angewendet)
- Provokationstest bei Verdacht auf ein Karzinoid-Syndrom durch Auslösung einer Serotoninfreisetzung mit typischer Flush-Symptomatik
- Verbesserung des Nachweises ektoper Magenschleimhaut, beispielsweise bei der Meckel-Divertikel-Szintigraphie
Früher wurde Pentagastrin außerdem im Calcitonin-Stimulationstest zur Diagnostik des medullären Schilddrüsenkarzinoms eingesetzt. Dieses Verfahren wurde heute weitgehend durch den Calcium-Stimulationstest ersetzt.
Nebenwirkungen
Im Rahmen diagnostischer Anwendungen können unter anderem folgende Nebenwirkungen auftreten:
- Flush
- Übelkeit und Erbrechen
- Bauchkrämpfe
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Tachykardie
- vorübergehender Blutdruckabfall