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Osteosklerose

Synonyme: Knochenhypertrophie, Eburnisation, Eburneation, Eburnierung
Englisch: osteosclerosis

1 Definition

Unter einer Osteosklerose versteht man eine übermäßige Substanzvermehrung des Knochengewebes. Das entsprechende Adjektiv lautet osteosklerotisch.

2 Einteilung

2.1 ...nach Pathogenese

Pathogenetisch kann eine Osteosklerose auf zwei Arten entstehen:

2.1.1 Tumormatrix-Mineralisation

Bei der Tumormatrix-Mineralisation liegt der Knochenneubildung ein chondrogener Tumor (Chondrom, Chondrosarkom) oder ein osteogener Tumor (Osteom, Osteosarkom) zugrunde. Sie ist durch die Bildung ungeordneter Knochennester gekennzeichnet. Im Röntgenbild zeigen sich unregelmäßige Flecken erhöhter Dichte.

2.1.2 Reaktive Knochenneubildung

Die reaktive Knochenneubildung wird durch normale Osteoblasten als Reaktion auf Entzündungen, Tumore (z.B. Metastasen) oder Traumata vermittelt. Sie weist i.d.R. nur eine Verdickung der bereits vorhandenen Knochenstrukturelemente (Spongiosa, Kompakta) auf. Aufgrund ihres radiologischen Bildes lassen sich Rückschlüsse auf die Aggressivität und die Ausbreitungstendenz des zugrundeliegenden Krankheitsprozesses ziehen.

2.1.2.1 Endostale reaktive Osteosklerose

Wenn eine endostale Osteosklerose am Rand einer geographischen Osteolyse auftritt, weist dies auf eine langsam fortschreitende Knochenzerstörung hin, die Zeit für eine reparative Knochenneubildung lässt. Eine geographische Osteolyse mit sklerotischem Randsaum spricht daher für einen benignen Prozess. Bei exzentrischer Lage wird die Kompakta nicht zerstört, sondern ausgebuchtet oder verdünnt.

Bei einem rasch progredienten Krankheitsprozess tritt die reaktive Knochenneubildung innerhalb der Spongiosa in Form von fleckigen Herden auf. Eine Differenzierung zur Tumormatrix-Mineralisation ist hierbei nicht möglich. Wird die Kompakta zerstört, ist dies ein weiteres Kriterium für eine erhöhte Aggressivität des Krankheitsprozesses.

2.1.2.2 Periostale reaktive Osteosklerose

Eine vom Periost ausgehende Knochenneubildung wird auch als Periostreaktion bezeichnet. Man unterscheidet zwischen:

  • solider Periostreaktion: einschichtige, ununterbrochene Lage von neugebildetem Knoches mit unterschiedlicher dicker und glatter oder gewellter Kontur. Ausdruck eines benignen Krankheitsprozesses (z.B. Fraktur, Osteomyelitis, Osteoidosteom). Aus unklaren Gründen auch bei hypertropher Osteoarthropathie und Varikosis.
  • unterbrochener Periostreaktion: bei rasch progressiven, aber nicht zwangsläufig malignen Krankheitsprozessen
    • lamelläre Form: zwiebelschaltenartige Schichtung von Knochenlamellen unterschiedlicher Dicke, da die vom abgehobenen Periost ausgehende Knochenneubildung schubweise erfolgt. Bei malignen Knochentumoren, Osteomyelitis und subperiostaler Blutung. Sind die einzelnen Lamellen lokal durchbrochen, spricht dies für ein Malignom.
    • radiäre Form ("Spiculae"): senkrecht zur Knochenoberfläche gerichtete, strahlenartig angeordnete Knochenbälkchen durch Ossifikation entlang der Sharpey-Fasern. Hinweisend für einen malignen Knochentumor
    • amorphe Form: unregelmäßige, bis zu mehrere Millimeter messende Herde bei malignen, in die Weichteile durchgebrochenen Knochentumoren

2.2 ...nach Lokalisation

Eine Osteosklerose kann generalisiert oder lokalisiert auftreten:

2.2.1 Generalisiert

2.2.2 Lokalisiert

  • Osteom, Osteosarkome
  • Chondrom, Chondrosarkom
  • Morbus Paget
  • Osteomyelitis
  • nach Fraktur

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Fachgebiete: Orthopädie

Diese Seite wurde zuletzt am 17. März 2021 um 18:18 Uhr bearbeitet.

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