Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Nervus trochlearis (Veterinärmedizin)

Synonyme: 4. Hirnnerv, Nervus IV

1 Definition

Der Nervus trochlearis ist der 4. Hirnnerv der Haussäugetiere. Er führt somatomotorische Fasern und ist an der Augenbewegung beteiligt.

2 Anatomie

Der Nervus trochlearis entspringt im Nucleus motorius nervi trochlearis der Mittelhirnhaube (Tegmentum mesencephali). Nach seinem Ursprung bildet er die sogenannte Decussatio nervorum trochlearium und tritt am hinteren Rand der Vierhügelplatte (Tectum mesencephali) im Bereich des vorderen Marksegels an die Oberfläche. Als schwächster Hirnnerv verlässt er als einziger den Hirnstamm an der Dorsalseite.

2.1 Verlauf

Nachdem der Nervus trochlearis den Hirnstamm verlassen hat, schlägt er sich in ventrolateraler Richtung um den Pedunculus cerebellaris rostralis herum. Im Anschluss durchbohrt er die Dura im Bereich der ventralen Verspannung des häutigen Kleinhirnzelts (Tentorium cerebelli) und verläuft lateral von den Trigeminusästen nach rostral.

Beim Pferd verläuft er durch die schmale Trochlearisrinne des Keilbeins hindurch und verlässt die Schädelhöhle durch das Foramen trochleare. In seltenen Fällen zieht er wie beim Hund durch die Fossa orbitalis in die Augenhöhle.

Beim Wiederkäuer und Schwein tritt er - gemeinsam mit dem Nervus oculomotorius, Nervus abducens, Nervus ophthalmicus und Nervus maxillaris durch das Foramen orbitorotundum in die Augenhöhle. An dessen medialer Wand zieht er direkt zum Musculus obliquus dorsalis, den er motorisch innerviert.

Im Nervus trochlearus konnten zusätzlich noch sensible Fasern nachgewiesen werden.

3 Klinik

Eine Lähmung des Nervus trochlearis (Trochlearisparese) hat einen Ausfall des Musculus obliquus dorsalis zur Folge. Der Musculus obliquus dorsalis bewirkt eine Rotation des Bulbus oculi über ventral nach nasal. Aus diesem Grund wird beim Ausfall der Innervation die Augenachse nach innen und oben verschoben.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band VI: Nervensystem. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004
  • König, Horst Erich, and Hans-Georg Liebich. Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. Schattauer Verlag, 2014.
  • Salomon, Franz-Viktor, Hans Geyer, Uwe Gille. Anatomie für die Tiermedizin. Georg Thieme Verlag, 2015.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

48 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: