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Nervus radialis (Veterinärmedizin)

Synonym: N. radialis

1 Definition

Der Nervus radialis ist ein langer gemischter Nerv des Plexus brachialis und bei allen Haussäugetieren ausgebildet.

2 Anatomie

Der Nervus radialis ist ein kräftiger Nerv, der seine Wurzeln in den Segmenten C7, C8 und Th1 hat und aus dem mittleren und kaudalen Teil des Plexus brachialis entstammt.

Mit seinen Endästen versorgt er einerseits motorisch die Strecker des Ellenbogen- sowie des Karpalgelenks inkl. der Zehengelenke. Gleichzeitig versorgt er die Haut lateral des Oberarms sowie des Unterams sensibel.

2.1 Verlauf

Der Nervus radialis zieht nach seinem Abgang aus dem Armgeflecht medial über die Arteria subscapularis hinweg. Er tritt im Anschluss in etwa auf Höhe des mittleren Oberarms am hinteren Rand des Musculus teres major (falls tierartlich vorhanden) und kaudal der Arteria brachialis zwischen dem Caput longum und Caput mediale des Musculus triceps brachii in die Tiefe.

Nach Eintritt in den Sulcus musculi brachialis verläuft er zusammen mit der Arteria und Vena profunda brachii dem Humerus direkt anliegend und vom Musculus brachialis bedeckt auf die laterale Seite des Oberarms.

2.2 Äste

Der Nervus radialis gibt in seinem Verlauf von medial nach lateral bzw. von proximal nach distal verschiedene Äste ab.

2.2.1 Rami musculares

Während seines Verlaufs am Humerus gibt der Nervus radialis motorische Äste an die umliegenden Muskeln ab:

2.2.2 Nervus cutaneus brachii lateralis caudalis

Noch unter dem Caput laterale des Musculus triceps brachii zweigt ein Nerv ab, der die laterale Oberarmgegend sensibel versorgt und als Nervus cutaneus brachii lateralis caudalis bezeichnet wird. Da er subkutan verläuft, wird er in den meisten Fällen bei der Dissektion mit der Haut entfernt.

2.2.3 Ramus profundus

Der Nervus radialis spaltet medial des Caput laterale des Musculus triceps brachii einen Ramus profundus ab. Er zieht in die Tiefe, sodass er unter dem Musculus extensor carpi radialis und dem Musculus extensor digitorum communis liegt. Er verläuft dabei über die Beugeseite des Ellenbogengelenks und innerviert mit seinen Ästen folgende Muskeln:

2.2.4 Ramus superficialis

Aufgrund seines tierartlich verschiedenen distalen Verlaufs wird der Ramus superficialis bzw. dessen Endaufteilung gesondert besprochen:

3 Klinik

Da der Nervus radialis in seinem proximalen Abschnitt dem Oberarmknochen direkt anliegt und dabei vom Musculus brachialis bedeckt wird, besteht die Gefahr einer Quetschung. Eine dadurch entstandene Schädigung des Nervus radialis kann zu einer Radialislähmung führen, die sich im typischen klinischen Bild des Überköten bzw. der Distalverlagerung des Ellenbogens bemerkbar macht. Die Auswirkungen einer Radialisverletzung können mit der Fallhand bzw. Kusshand beim Menschen verglichen werden.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band III: Kreislaufsystem. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.
  • Künzel, Wolfgang. Topographische Anatomie, Hochschülerschaft Veterinärmedizinische Universität (Hersausgeber), 3. Auflage. WS 2011/12

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