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Milz (Geflügel)

Synonyme: Lien, Splen
Englisch: spleen

1 Definition

Die Milz ist ein intraabdominell liegendes lymphatisches Organ beim Geflügel.

2 Funktion

Ähnlich den Haussäugetieren ist die Milz des Geflügels hauptsächlich für den Abbau gealterter Erythrozyten zuständig. Daneben ist sie durch ihren hohen Gehalt an Lymphknötchen (B-Zell- und T-Zell-Zonen) am Immungeschehen beteiligt. Funktionell betrachtet gehört die Milz sowohl dem Blutkreislauf als auch dem Lymphsystem an.

3 Anatomie

Die Milz des Huhns ist braunrot bis kirschrot gefärbt und kugelig bis eiförmig. Bei Wasservögeln ist sie hingegen mehr dreieckig geformt und weist eine abgeplattete Dorsal- und einen konvexe Ventralfläche auf. Der Durchmesser erreicht beim Huhn zwischen 10 und 20 mm.

Die Milz wiegt beim Huhn und bei der Ente zwischen 1,5 und 4,5 g, bei der Gans zwischen 4 und 8 g und bei der Taube zwischen 0,2 und 0,4 g.

3.1 Gefäßversorgung

Nachdem die Arteriae splenicae am Hilus in die Milz eingetreten sind, verzweigen sie sich in die sogenannten Trabekelarterien. Diese verlaufen anfangs in den bindegewebigen Trabekeln der Milz, um dann als Zentralarterien (Arteriae centrales) in das Parenchym überzutreten. Die Gefäße werden in ihrem Anfangsabschnitt von periarteriellen Lymphscheiden umgeben, die vor allem T-Lymphozyten enthalten. Am Ende der Lymphscheiden formieren sich die Lymphozyten dann zu Milzfollikeln, die als B-Zell-abhängige Regionen gelten und von den Arteriae centrales mehr oder weniger zentral durchquert werden.

Die Zentralarterien verlassen die Milzfollikel und werden dann als Pinselarteriolen bezeichnet. Diese kleinen Gefäße ästeln sich in die kleinen terminalen Hülsenkapillaren auf. Die Kapillaren werden dabei von Retikulumzellen umscheidet, um dann entweder in die weiten venösen Sinuskapillaren der Milz oder auch direkt in das Schwammwerk der Retikulumzellen zu münden. Der venöse Abfluss der Milz erfolgt über die Venae splenicae, die dann das Blut in die Vena portalis hepatica dextra in Richtung Leber leitet.

3.2 Innervation

Die Innervation der Milz erfolgt vegetativ über sympathische und parasympathische Äste des Plexus coeliacus.

3.3 Lymphabfluss

Die abführenden Lymphgefäße begleiten die Blutgefäße und münden in das Vas lymphaticum coeliacum.

4 Topographie

Die Lage der Milz im Abdomen ist konstant. Sie ist medial des Isthmus zwischen Drüsen- und Muskelmagen an der Facies visceralis hepatis dorsal der Gallenblase angeheftet. Kaudal reicht sie direkt an die Keimdrüsen heran und weist beim Huhn in Einzelfällen eine oder mehrere winzige akzessorische Milzen (Nebenmilzen) auf.[1]

Die Milz steht über ihr Gekröse (Mesenterium dorsale) mit der Arteria coeliaca sowie dem Drüsen- und dem Muskelmagen in kurzer Verbindung. Über das Gekröse erhält sie auch ihre Zu- und Abflüsse, sodass die Arteriae splenicae (v.a. der Ramus dexter der Arteria coeliaca) direkt das Organ erreichen können.

5 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.
  • King, Anthony S. et al. Handbook of Avian Anatomy: Nomina Anatomica Avium. Second Edition. Cambridge, Massachusetts. Published by the Club, 1993.

6 Quellen

  1. [1] Bruce Glick, Koji Sato. Accessory Spleens in the Chicken. Poultry Science, Volume 43, Issue 6, November 1964, Pages 1610–1612; abgerufen am 30.08.2019

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