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Drüsenmagen (Geflügel)

Synonyme: Pars glandularis, Proventriculus (nicht NAA-konform)

1 Definition

Als Drüsenmagen bezeichnet man die erste Abteilung des Typ-2-Magens bei verschiedenen Geflügelarten.

2 Anatomie

Der Typ-2-Magen des Geflügels ist für die physikalisch-chemische Vorbereitung des Futters verantwortlich. Er ist hauptsächlich bei pflanzen-, körner- und planktonfressenden Vögeln ausgebildet und wird in zwei Abteilungen unterteilt:

2.1 Morphologie

Der Drüsenmagen ist beim Huhn ein etwa 40 mm langes und spindelförmiges Organ. Er geht ohne klare Grenze aus dem Ösophagus hervor und ist gegen den Muskelmagen durch eine deutliche Einschnürung (Isthmus gastris) abgesetzt.

3 Topographie

Der Drüsenmagen schmiegt sich der Viszeralfläche (Facies visceralis) der Leber an und hinterlässt so eine Impressio proventricularis. Die Längsachse des Drüsenmagens ist nach kaudoventral und links gerichtet.

Im kranialen Abschnitt wird er von den beiden kaudalen Brustluftsäcken und im kaudalen Abschnitt vom linken Bauchluftsack indirekt umhüllt. Der Drüsenmagen ist - zusammen mit der links benachbarten Milz - in einer Nische des Eingeweidebauchfellsacks untergebracht.

4 Histologie

Die Wand des Drüsenmagens ist vierschichtig aufgebaut:

Die Lamina epithelialis mucosae weist ein einschichtiges hochprismatisches Epithel auf, das ein mukopolysaccharidhaltiges Sekret an die Oberfläche sezerniert. Die Schleimschicht schützt das Epithel vor dem sauren enzymreichen Magensaft. Die Epithelzellen der Schleimhaut tragen an ihrem apikalen Ende kurze Mikrovilli, die extrazellulär von der mukopolysaccharidreichen Schleimschicht bedeckt werden. Das Zytoplasma der Epithelzellen ist - abhängig von den Verdauungsprozessen - unterschiedlich reich an Muzingranula.

In der Lamina propria mucosae sind gut entwickelte Drüsenlager, wodurch die Schleimhaut schwammig und dick erscheint. Man kann unterschiedlich gestaltete Drüsen unterscheiden:

Die anschließende muskelzellreiche Schicht (Lamina muscularis mucosae) spaltet sich am Übergang vom Ösophagus zum Drüsenmagen in zwei Schichten auf. Der größere Anteil zieht außen um die Glandulae proventriculares profundae herum, wohingegen die dünnere, oft nicht zusammenhängende Schicht zwischen den Glandulae proventriculares superficiales und Glandulae proventriculares profundae liegt. Das isoprismatische Epithel der Glandulae proventriculares profundae besteht nur aus einem einzigen Zelltyp, der sowohl Pepsinogen als auch Salzsäure produziert. Aus diesem Grund werden sie im englischsprachigen Raum auch als "oxynticopeptic cells" bezeichnet. Diese Zellen vereinigen die Funktion und auch die strukturellen Merkmale der Haupt- und Belegzellen der Säugetiere. Neben den exokrin tätigen Zellen enthält das Epithel der Vormagendrüsen auch endokrine Zellen, die verschiedene Hormongranula enthalten: Somatostatin, VIP, Bombesin und Enteroglucagon.

Die Tela submucosa ist im Drüsenmagen nur äußerst schwach ausgebildet. Sie besteht hauptsächlich aus lockerem, stark vaskularisiertem Bindegewebe und enthält den Plexus submucosus. Die anschließende Tunica muscularis ist zweischichtig und im direkten Vergleich mit dem Ösophagus stärker ausgebildet. Sie besteht aus einer gut ausgebildeten inneren zirkulären Muskelschicht (Stratum circulare) und einer deutlich dünneren äußeren Längsmuskelschicht (Stratum longitudinale). Zwischen beiden Muskelschichten ist der Plexus myentericus angesiedelt.

Die Tunica serosa bildet den Abschluss nach außen, da der Drüsenmagen in einem Eingeweidebauchfellsack liegt.

5 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.

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