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Ösophagus (Geflügel)

Synonyme: Oesophagus, Esophagus, Speiseröhre

1 Definition

Der Ösophagus des Geflügels ist ein muskuläres Schlauchorgan, das den Pharynx mit dem Drüsenmagen (Proventriculus) verbindet.

2 Anatomie

Der Ösophagus erfüllt hauptsächlich eine Transportfunktion und ist bei Vögeln äußerst dehnbar, da zum Teil große Beuteobjekte im Ganzen verschluckt werden. Der Ösophagus kann er anhand seiner Abschnitte in zwei Teile gegliedert werden. Man unterscheidet

  • einen relativ langen Halsteil (Pars cervicalis) von
  • einem kürzeren Brustteil (Pars thoracica).

3 Topographie

Der Ösophagus liegt im oberen Halsdrittel der Luftröhre (Trachea) dorsal auf. Im weiteren Verlauf wendet er sich im mittleren und unteren Halsdrittel - hier nur von der Haut bedeckt - auf die rechte Körperseite. Bevor der Ösophagus in die Brustapertur eintritt, ist der Kropf angelagert.

Im Brustkorb liegt der Ösophagus wieder dorsal der Luftröhre. Anschließend tritt er über dem Syrinx (Stimmkopf) zwischen beiden Hauptbronchien hindurch und schiebt sich so unter die Ventralfläche der Lunge und über die Herzbasis hinweg bis zur Parietalfläche (Facies parietalis) der Leber.

In einem leicht nach links gerichteten Bogen mündet der Ösophagus auf Höhe des 3. bis 4. Interostalraums in den Drüsenmagen.

Die Pars thoracica wird lateral von den Halsluftsäcken, dem Schlüsselbeinluftsack und den kranialen Brustluftsäcken umhüllt. Dadurch wird genügend Raum für notwendige Erweiterungen ermöglicht.

4 Histologie

Der Ösophagus besitzt den typischen vierschichtigen Wandaufbau, bestehend aus:

Beim Großteil der Vögel weist die Lamina epithelialis mucosae vier Schichten auf:

  • eine Basalzellschicht (Stratum basale), bestehend aus isoprismatischen Zellen
  • eine ausgeprägte Stachelzellschicht (Stratum spinosum), bestehend aus polygonalen Zellen
  • eine Schicht aus stark abgeplatteten und langgestreckten Zellen (Stratum disjunctum) die oberflächenparallel verlaufen
  • eine Oberflächenzellschicht (Stratum superficiale, fehlt bei Nandu und Waldohreule)

Die Lamina propria mucosae ist mit zahlreichen Schleimdrüsen (Glandulae oesophageales) ausgestattet. Diese Drüsen sondern ein muköses Sekret ab, das sich schmierend über die Ösophagusinnenfläche legt. Die Gestalt der Drüsen sowie ihr Auftreten und ihre Verteilung zeigt bei den einzelnen Spezies große Unterschiede. Es kommen alle Variationen zwischen einfach-tubulösen oder alveolären bis hin zu zusammengesetzten tubuloalveolären Drüsen vor. Die sekretorisch aktiven Zellen des Drüsenepithels sind hochprismatisch. Ihr Zellkern ist basalständig und abgeplattet geformt. Das supranukleäre Zytoplasma (macht etwa 3/4 der gesamten Zelle aus) ist dicht mit Sekretgranula gefüllt, die bei spezieller Färbung intensiv rot erscheinen. Die Lamina propria mucosae enthält - ähnlich wie die Tela submucosa - vorwiegend am magenseitigen Ende Lympohonoduli oesophageales. In ihrer Gesamt werden diese auch als Tonsilla oesophagealis bezeichnet.

Die Tunica muscularis setzt sich beim Huhn, beim Truthuhn, beim Fasan und auch beim Nandu aus einer inneren zirkulären sowie einer äußeren längsverlaufenden Muskelschicht zusammen. Bei der Ente, Gans, Taube, Wellensittich und bei der Waldohreule ist nur eine Lamina circularis ausgebildet.

5 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.

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