Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Gallenblase (Geflügel)

Synonym: Vesica fellea

1 Definition

Die Gallenblase des Geflügels ist ein Anhangsorgan des Verdauungstraktes und dient einerseits der Speicherung, andererseits der Eindickung der Gallenflüssigkeit.

2 Anatomie

Die Gallenblase ist bei allen Vögeln - mit Ausnahme einiger Tauben- und Papageiarten - ausgebildet. Sie liegt der Viszeralfläche (Facies visceralis) des rechten Leberlappens (Lobus hepatis dexter) auf und ist gleichzeitig teilweise flächenhaft mit ihr verwachsen. Die übrigen Anteile der Gallenblase sind von Bauchfell überzogen.

2.1 Morphologie

Bei Hühnervögeln ist die Gallenblase birnenförmig und erreicht (Huhn, Wachtel) oder überragt (Truthuhn) den Kaudalrand (Margo caudalis) des rechten Leberlappens. Bei der Gans sowie bei der Ente zeigt sie eine mehr schlauchförmige Gestalt. Da bei diesen Vogelarten der rechte Leberlappen besonders groß ist und nach kaudal in die Bauchgegend ragt, kommt der Gallenblasenscheitel auch nicht annähernd an den kaudalen Leberrand heran.

Da der Taube eine Gallenblase fehlt, besitzt sie zwei Ductus hepatoenterici (Ductus hepatoentericus communis und Ductus hepatoentericus dexter). Der kräftige und kurz ausgebildete Ductus hepatoentericus communis mündet in die Pars descendens duodeni, wohingegen der dünne Ductus hepatoentericus dexter auf der Papilla duodenalis mündet.

3 Histologie

Die Gallenblase zeigt den typischen dreischichtigen Aufbau eines Hohlorgans:

Bei leerem Zustand ist die Schleimhaut in viele Falten gelegt, deren Höhe bei starker Füllung stark abnimmt. Die innerste Schicht wird von einem einschichtigen hochprismatischen Epithel mit Mikrovilli gebildet. Die Epithelzellen sind reich an Mitochondrien. Die Zellkerne liegen im basalen Drittel der Zellen. Die Zellen besitzen etliche Zellorganellen, die der Schleimbildung und -sekretion dienen. Mittels histochemischen Techniken können im apikalen Zytoplasma muzinhaltige Sekretgranula nachgewiesen werden, die ihren Inhalt an die Oberfläche des Epithels abgeben.

Neben der sekretorischen Leistung ist das Gallenblasenepithel auch für die Resorption und den Abbau von Gallenbestandteilen verantwortlich. Zusätzlich findet über das Gallenblasenepithel ein umfangreicher transzellulärer Wassertransport statt.

Die Lamina propria mucosae ist dünn und reich an elastischem Material. Die auf die Tunica mucosa folgende Muskelschicht ist aus einem kompliziert verlaufenden Netzwerk von glatten Muskelzellen und elastischen Fasern aufgebaut. Diese Schicht ist hauptsächlich für die Entleerung der Gallenblase zuständig. Einige Autoren unterscheiden hierbei auch noch eine äußere zirkulär oder schräg verlaufende und eine innere longitudinale Muskelschicht.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

6 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: